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Grundlagen für eine erfolgreiche Unternehmensgründung

Startup Unternehmen – 10 wichtige Tipps für Gründer

Neben den passenden Onlinemarketing-Maßnahmen zur Neukundengewinnung und Kundenbindung gibt es bei der Unternehmensgründung viele Dinge zu beachten. Wir haben 10 wichtige Tipps und Grundlagen für Gründer zusammengestellt.

 

Ein Fachartikel von Markus Mattscheck

 

Ein Start-up bedeutet übersetzt „Anfahrt oder Inbetriebsetzung“ und ist Sinnbild für die Neugründung einer Firma. Als Start-up sind die Unternehmen zu kennzeichnen, die sich in ihrer ersten Business-Phase befinden, kreative, neue oder ungewöhnliche Ideen besitzen, welche sie erst im kleinen, später im großen Stil verwirklichen wollen. Das Wachstumspotential ist bedeutend, denn hat es die Firma erst einmal „geschafft“, kann sie expandieren, einen Teil verkaufen oder sogar Filialen gründen. Besonders durch das Internetzeitalter ist die Anzahl der Start-ups rasant angestiegen und bereichert die Firmenlandschaft mit vielen kreativen Ideen und Erneuerungen. Wichtig ist der Faktor der neuen Idee für ein funktionierendes Geschäftsmodell. Der Deutsche Start-up Monitor definiert drei Merkmale:

  • Das Alter: Startups sind jünger als 10 Jahre
  • Die Innovation: Startups sind mit ihrer Technologie/und oder ihrem Geschäftsmodell hoch innovativ
  • Das Wachstum: Startups haben ein signifikantes Mitarbeiter- und/oder Umsatzwachstum

Deutschland das Gründerland

Quelle: http://deutscherstartupmonitor.de/2013 gab es laut Gründungsmonitor in Deutschland 406.000 Gründungen ohne eine explizite Geschäftsidee und 462.000 weitere Gründungen, allerdings belegt Deutschland nur Platz 22 von 26 innovationsbasierten Volkswirtschaften. Hier sehen die Fachleute Handlungsbedarf, denn es fehlt vor allem an Wachstumskapital. Der Trend geht eindeutig in Richtung Technologie, Apps und dem immer noch boomenden Internet. In Berlin werden die meisten Start-ups gegründet, gefolgt von München, Hamburg und Köln.


Die Gründe für das gesunkene Interesse an der Start-up-Gründung liegen zum einen an einer relativ befriedigenden Situation des Arbeitsmarktes und zum anderen an dem Mangel an finanziellen Mitteln. Allerdings überwiegen in den letzten Jahren die Gründe unternehmerisch tätig zu werden, gegenüber dem Mangel an Erwerbsalternativen. Mit einem grundlegenden Business-Plan und einer nachhaltigen Finanzierung kann ein Start-up zu einem großen Erfolg werden.

Die erfolgreiche Gründung eines Unternehmens

Tipp 1: Die richtige Idee

Ideen gibt es viele, manchmal gute, manchmal weniger gute, doch aus den meisten lässt sich in der Regel Kapital schlagen. Ein großer Teil der deutschen Start-ups entsteht aus einer Auslöse aus bestehenden Unternehmen, eine Art „Ableger“ mit neuen Ideen. Mit völlig unbekannten Innovationen hantieren jedoch ebenfalls einige Starter und diese sollten sich dabei sehr gut auf die Entwicklungsphase vorbereiten. Es gibt einige Möglichkeiten und Methoden, eine Idee zu erhalten:

 

Problem – Lösung
Lösungen für bestehende Probleme vieler Menschen zu finden, gehört immer noch zu den erfolgreichsten Konzepten für eine Neugründung. Wer weiß, was die Leute brauchen oder was ihnen das Leben erleichtert, es bereichern kann und dabei auf einen aktuellen Look oder Stimmungen achtet, kann gar nicht so viel falsch machen.  

 

Weiterentwickelnde Ideen
Die Verbesserung von bestehenden Produkten, Dienstleistungen oder Services sollte nicht unterschätzt werden, denn viele Kunden und User geben ihr Feedback regelmäßig ab und wünschen sich Veränderungen, die sie oft nicht erhalten. Wer das Verbesserungspotential erkennt, kann daraus eine ganz eigene Idee entwickeln. Beispiele aus 2014/2015 sind Coldplasmatech: Eine Wundauflage mit plasmaphysikalischer Wirkung oder FoodLoop: Eine App für Lebensmittel mit nahendem Mindesthaltbarkeitsdatum.

Weitere Ideen für die Findung von Ideen liefert folgendes Video:

 

Tipp 2: Finanzierung

Crowdfunding

Crowdfunding ist in den letzten zehn Jahren zu einer bedeutenden Institution für die Generierung von Startkapital junger Unternehmen geworden. Ob Startnext, VisionBakery, Betterplace oder Kickstarter – die Plattformen für Künstler, Tüftler, sozial Engagierte und Jungunternehmer sind auf dem Vormarsch. Crowdfunding bedeutet in den meisten Fällen, dass ein Produkt oder eine Dienstleistung angeboten wird, die mit Hilfe der „Crowd“ entweder die Realisierung erhält oder das Startkapital für die Produktion bekommt. Die Einzahlung bestimmter Geldbeträge auf „Vorkasse“ ermöglicht einige Bonusgeschenke, wie das fertige Produkt zuerst zu erhalten und weitere Features vor allen anderen zu bekommen. Erfolgreiche Projekte bei Startnext sind beispielsweise der Supermarkt „Original Unverpackt“ in Berlin Kreuzberg oder die Finanzierung des Internet-TV-Senders „Störsender“, der auf Werbung bewusst verzichten will. Tipps für die Finanzierung:

  • Andere Projekte ansehen
  • Selbst Unterstützer werden
  • Klare Botschaften definieren
  • Eigenes Video für die Vorstellung drehen

Business-Angel

Business-Angel sind private Investoren, die in der frühen Gründungsphase Geld in die neue Firma investieren und den Gründern mit eigenem Wissen und Rat zur Seite stehen. Sie erhalten Anteile an dem Unternehmen und sind Miteigentümer, die jedoch den jungen Gründern die Zügel überlassen. Meist investieren die Engel vier bis sieben Jahre und verkaufen anschließend die Beteiligung, im Idealfall natürlich mit Gewinn. In Deutschland existieren 3000 aktive Business-Angels, die sich zum großen Teil in Netzwerken wie dem Business Angels Netzwerk Deutschlands zusammengeschlossen haben.

Ventures Capitalists

Venture Capitalists sind Investoren, die mit hohem Risiko in eine Firma investieren. Sie fördern oft mehrere Geschäftsideen gleichzeitig, mit dem Bewusstsein, das Geld verlieren zu können. Da sie große Anteile an den Start-ups halten, können sich die Gewinne jedoch deutlich summieren.

Unternehmenskredit

Durch die Bankenkrise ist es für viele Neugründer schwierig, einen Bankenkredit zu erhalten. Förderbanken wie die KfW bieten einige Optionen mit bis zu fünf Jahren Laufzeiten und niedrigen Zinssätzen. Einen Antrag stellen, können Freiberufler, Gründer und bereits bestehende Neugründungen mit bis zu drei Jahren Geschäftstätigkeit. Tipps unter kfw.de.

Tipp 3: Die passende Unternehmensform finden

Viele Selbstständige wählen das Einzelunternehmen, denn es ist weder Haftungskapital, noch sind Gründungsformalitäten notwendig. Allerdings sind Gewinne mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern und der Freiberufler haftet mit seinem Privatunternehmen.


Oft gewählt ist die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), die zwischen zwei oder mehreren Personen besteht, die zusammen arbeiten wollen. Die Gründung ist ohne Formalitäten und Eintrag in das Handelsregister notwendig und bei einem Jahresgewinn von 50.000 Euro muss nur eine Einnahme- Überschussrechnung abgegeben werden.


Für eine GmbH müssen 25.000 Euro Stammeinlage als Haftungskapital vorliegen und sie unterliegt den Bilanzregeln des Handelsgesetzbuches. Dieser Blogeintrag gibt hilfreiche Tipps bei der Gründung einer GmbH, inklusive der Besteuerung und Tipps für den richtigen Zeitpunkt der Gründung.

Tipp 4: Professionelle Außendarstellung

Öffentlichkeitsarbeit

Gerade in der Startphase sollte das Unternehmen viel kommunizieren, die Geschäftsberichte veröffentlichen, den aktuellen Stand erläutern und immer wieder nach Feedback fragen. Dazu sollten sie dem Unternehmen ein Gesicht geben, die Menschen hinter dem Produkt vorstellen und so aus der Unerreichbarkeit des Internets treten. Individuelle Kommunikation mit Journalisten, Bloggern und der Social Media Welt erlaubt es, nachhaltig im Gedächtnis zu bleiben. Eine interessante Kampagne ist beispielsweise das Engagement der Hannoverschen Volksbank, welche zu einem regionalen Fest, dem Maschseefest, eine Mikroseite einrichtete und die Kunden über Facebook, Twitter und Co. über den Event informierte.


Wichtig ist es außerdem ein Corporate Design herzustellen, das auf sämtlichen Briefen, Umschlägen, Visitenkarten und den Webseiten wiederzufinden ist. So lässt sich ein einheitliches Bild des neuen Unternehmens überall wiederfinden.

Webauftritt

Eine ansprechende Optik, ein verständliches Design und die Möglichkeit, das Unternehmen über viele Wege zu kontaktieren, sind der Grundstock für eine nachhaltige Unternehmenskommunikation. Der Webauftritt bildet den ersten Eindruck, den ein Kunde oder Geschäftspartner von dem Unternehmen erhält und gerade deshalb sollte dieser so nachhaltig wie möglich sein. Dabei muss der Auftritt zum Stil und der Ausrichtung des Start-ups passen, beispielsweise durch Animationen, Fotostrecken, Videos oder klare Strukturen. In diesem Beispiel einer Firma, die einen Computer zum selbst Basteln und Programmieren herstellt, wird das Konzept anhand einfacher Grafiken erklärt und intelligent in die Webseite eingebunden.


Greenways hat das System des Recyclings auf der Homepage verinnerlicht und navigiert den Besucher über einen anschaulichen Kreislauf zu den wichtigsten Fakten des Unternehmens, einheitlich in Grün gehalten.

Tipp 5: Coaching und Fortbildung

Start-ups entstehen meist aus ein oder zwei kreativen Köpfen, die im Laufe ihrer Start- und Projektphase weitere Personen hinzugewinnen, welche andere Aufgaben übernehmen. Ob  Marketing, Programmierung, Buchhaltung oder Kundenakquise – Spezialisten werden meist auf allen Gebieten gesucht. Das schnelle Wachstum der Firma ist meistens zu begrüßen, schließlich geht es darum, das Produkt oder die Dienstleistung weit zu verbreiten und einen guten Umsatz zu generieren. Dabei ist es sinnvoll, die Mitarbeiter und sich selbst regelmäßig weiterzubilden und mit Hilfe von externen Coaches das Maximum aus der Firma herauszuholen oder sich nachhaltig weiterzuentwickeln. Besonders in der Informatik- und Technikbranche müssen Start-ups und Unternehmen auf dem neuesten Stand bleiben, um überhaupt mithalten zu können.

Hager, ein Dienstleister für elektrische Installationen, bietet beispielsweise eine Wissensplattform „e-volution“ mit mehreren Schulungen und Trainings an, die sich sowohl an Selbstständige, als auch an bestehende Unternehmen richten. Ob Businessplan Finanzen, Online-Kurse für Elektrotechniker oder eine virtuelle Werkstatt – Weiterbildung und Intensivierung des Knowhows sind in vielen Bereichen möglich. Es gibt mittlerweile sogar Start-ups, welche sich ausschließlich mit Weiterbildungen beschäftigen, wie iversity.org. Dort sind europaweite Kurse für diverse Richtungen und Branchen zusammengestellt.

Tipp 6: Die Kundenakquise

Zielgruppe festlegen

Die Zielgruppe sollte bereits während der Unternehmensplanung einberechnet werden, denn sie ist Dreh- und Angelpunkt des Erfolgs der eigenen Idee. Hilfreich ist es, die Zielgruppen in Konsumenten und Geschäftskunden zu unterscheiden und nach und nach zu analysieren, welche Personen die Idee wirklich nutzen und brauchen. Die Faktoren, welche die Zielgruppe eingrenzen, können sehr unterschiedlich sein, je nach Ausrichtung des Produkts:

  • Wohnort
  • Alter
  • Berufsgruppe
  • Familienstand
  • Bildung, Engagement

Dazu kommt eine Einschätzung, wie viel die Zielgruppe sich leisten kann und was sie für das Produkt zahlen würde. Mithilfe von Umfragen und Marktforschungen lässt sich bereits herausfiltern, ob die Idee überhaupt ankommt und wo noch Verbesserungsbedarf besteht. Hilfreich ist auch der Blick über den Tellerrand hinaus, bei der Konkurrenz, denn so lässt sich eventuell eine eigene Nische finden oder eine Verbesserung des Produkts vornehmen.

Neukundenakquise

Am Telefon
Innerhalb weniger Sekunden entscheiden die Kunden, ob sich der Anruf für sie lohnt oder nicht. Eine deutliche Aussprache und ein freundlicher Ton helfen bereits dabei, das Eis zu brechen. Direkte Ansprache ist wichtig, sollte jedoch nicht übertrieben werden. Oft kommt die Frage, um was es genau geht und dort sollte ein knackiger und interessanter Satz stehen, der nicht auswendig gelernt wirken darf. Ein Telefontraining ist für Akquisemitarbeiter unabdingbar, um eine Routine für die Anfragen zu erhalten.
 

Über das Internet

Das Internet bietet im Onlinemarketing eine Reihe von Möglichkeiten zur Neukundengewinnung.

Wirkung von Onlinemarketing-Maßnahmen

 

  • Suchmaschinenoptimierung
    Ein weiterer Faktor ist SEO (Search Engine Optimization), mit welcher die eigene Website bessere Rankings bei Google und Co. erhalten soll. Maßnahmen sind die Erstellung hochwertiger Inhalte wie Texte, Bilder, Videos, Kontaktmöglichkeiten und vieles mehr. Suchmaschinenfreundliche Linkerstellung und relevante Stichwörter gehören ebenfalls dazu.
  • Suchmaschinenwerbung
    Mit Hilfe von SEA (Search Engine Advertising) können junge Unternehmen Anzeigen in Suchmaschinen schalten. Das sind meist Texte, die bei der Suchbegriffeingabe über den Ergebnissen stehen oder gesondert hervorgehoben werden. Google ist Marktführer mit dem Angebot der Google Adwords. Wer nur Geschäftskunden erreichen möchte, sollte sich auch einmal mit der Lieferantensuchmaschine von "Wer liefert was" beschäftigen.
  • Display-Marketing
    Auch wenn viele Adblocker immer mehr unsichtbar machen, Display-Werbung, also Onlinewerbung mit Grafikbannern auf größeren grafischen Flächen fällt im Netz immer noch ins Auge und kann zur Steigerung des Bekanntheitsgrades führen. Pop-ups sind zwar für viele Nutzer nervig, doch mit einem knackigen Spruch, Video oder einer Umfrage kann sich für Startups der Einsatz lohnen.
  • E-Mail-Marketing
    Im schnelllebigen Internetzeitalter erscheint es sinnig, eine Mail als Anfrage zu nutzen, denn heutzutage kommen jährlich über 100 Milliarden Geschäfts-E-Mails und über 80 Milliarden private E-Mails zusammen. Allerdings gibt es klare Regelungen, was den Erstkontakt von Neukunden per Telefon oder E-Mail angeht. So dürfen Kunden und Unternehmen, zu denen bereits Kontakt besteht, direkt kontaktiert werden. Werbung ohne Einwilligung per E-Mail an Nichtkunden ist in Deutschland untersagt. Daher ist es wichtig die Einwilligungen potenzieller Kunden zu erhalten. Wie das geht, zeigt der Artikel "E-Mail-Adressen generieren & Newsletter-Verteiler ausbauen". Hier erhalten Sie neben den rechtlichen Grundlagen auch 37 Tipps, um Ihren E-Mail-Verteiler auf- und auszubauen.
  • Online-PR
    Neben der generellen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sollte das Start-up sich auf Onlinestrategien besinnen, wie die Welt der Social Media zu nutzen und gezielte Kampagnen mit digitalen Pressemitteilungen, Foren und Kontakten mit Online-Medien. Die Neuigkeiten verbreiten sich online in Sekundenschnelle und wer die richtigen Knöpfe drückt, kann den eigenen Marktwert rapide ansteigen lassen. Auch Content-Marketing bietet viel Potenzial zur Neukundengewinnung.
  • Social Media
    Über Blogs, Facebook, Twitter und Co. lassen sich sehr viele Menschen und vor allem die eigene Zielgruppe gut erreichen. Ein reger Austausch ist nicht nur hilfreich für das eigene Feedback, es gibt potentiellen Kunden auch das Gefühl, gehört zu werden und für das Unternehmen wichtig zu sein. Ein Beispiel ist die Kampagne „Tough Enough“ von Dell, die 2015 den Preis für die beste Social-Media-Kampagne erhielt. Der Tumblr-Blog stellt lustige Geschichten aus der Admin-Welt zusammen, welche sich mit dem DAU - dem „dümmsten anzunehmenden User“ auseinandersetzen. Die User sollten sich aktiv mit eigenen Geschichten beteiligen: http://toughenough.tumblr.com/
  • Affiliate-Marketing
    Wer auf seiner eigenen Homepage Werbeflächen für Partner zur Verfügung stellt, kann seine Sichtbarkeit erhöhen. Darüber hinaus kann es Sinn machen, seine eigenen Produkte auf Partnerseiten anzubieten, in dem die Partner anteilig an dem Verkauf des Produktes über eine Provision oder andere Zahlungsformen beteiligt wird. Wichtig ist es, mit seriösen Partnern in Kontakt zu kommen und seine Produkte nicht auf dubiosen Seiten anbieten zu lassen.


Auf Messen
Der persönliche Kontakt ist bei Start-ups extrem wichtig. Es gibt mittlerweile einige Messen und Conventions für Neugründer, auf denen sich die jungen Unternehmen präsentieren können. Zum einen können sich die Jungunternehmer mit anderen austauschen und zum anderen geben sie ihrem Unternehmen ein Gesicht, gehen direkt auf die Zielgruppe zu und sorgen für weitere Mundpropaganda, die für viele neue Produkte immer noch als wichtigster Faktor gilt. Gleichzeitig kann das Start-up testen, wie gut das Produkt wirklich auf den ersten Blick ankommt und woran noch gearbeitet werden kann. Nicht vergessen sollten die Start-up-Gründer kleine Gimmicks, das Verteilen von Visitenkarten oder Hinweise auf die eigene Unternehmensseite, wie zum Beispiel kreativ platzierte QR-Codes.

Tipp 7: Das Customer-Relationship-Management (CRM)

Was ist CRM?

Customer-Relationship-Management (CRM)Custom-Relationship-Management bezeichnet Strategien, die Beziehung und Interaktion zwischen Kunden und dem Unternehmen zu gestalten. Die Maßnahmen sollen den Erfolg des Start-ups steigern und beinhalten vereinfacht gesagt die Kundenpflege.

Diesen Nutzen haben Gründer davon

Zentrales Steuerungselement ist die Datenbank, in welcher alle Informationen, Analysen und Prognosen über die Kunden und die Entwicklung zusammen kommen. Mit Hilfe dieser Daten können Marketing, Vertrieb, Kundenservice und Akquise effektiver arbeiten und ihre Strategien gezielt auf die Kunden abstimmen. Beispielsweise benötigt der Verkäufer Kunden- und Kontaktdaten, der Vertrieb Informationen zu der Anzahl der gekauften Produkte, um den Bedarf zu analysieren. Das Unternehmen verbessert die Qualität der Kundenbeziehung und kann so Stammkunden halten und neue Kunden effektiver ansprechen und einbinden. Mehr Informationen liefert der Artikel "CRM-System oder nicht? Kosten und Nutzen für KMU".

Tipp 8: Erfolgreiche Mitarbeiterführung

Das richtige Recruiting

Viele Start-ups packen die Mitarbeitersuche noch relativ locker und freundschaftlich an, nutzen Empfehlungen von Freunden und Bekannten oder Anfragen aus dem privaten Umfeld. Tatsächlich sollten sie sich eine professionelle Recruiting-Strategie überlegen, denn gutes Personal muss nicht immer aus dem eigenen Kreis stammen und besonders im Fachkräftebereich sollten die Geschäftsführer lernen, wie sie kompetente und motivierte Mitarbeiter erkennen und welche Personen sie besser nicht einstellen. Online-Stellenbörsen gelten als Nummer eins unter den Arbeitsuchenden, denn sie bieten viele Optionen und eine große Auswahl an. Hierbei sollten die Start-ups auch ihre eigenen Social Media Kanäle nutzen, um gezielt bereits interessierte Bewerber zu erhalten. Über Workshops und Events lassen sich weitere Personalien finden; wichtig sind ein ständiger Austausch und die Entwicklung eines Bauchgefühls.

Fairness und Kollegialität statt strenger Hierarchie

Da viele Start-ups mit nur einer Handvoll Personen beginnen, sind die Hierarchien meist sehr flach. Die Aufgabenverteilung ist oft schwimmend und Konflikte werden miteinander geschlichtet. Für viele Bewerber zählt das Ambiente der Firma oft sehr viel, neben einem guten Gehalt und den Weiterentwicklungsmöglichkeiten. Im Start-up sind flache Hierarchien notwendig, um flexibel genug auf Veränderungen reagieren zu können und das familiäre Klima spornt die Mitarbeiter an, sich auch mal über die reguläre Arbeitszeit hinaus für die Firma zu engagieren. Work-Life-Balance ist das Stichwort des Jahrzehnts, denn viele junge Unternehmen wollen ihre Mitarbeiter halten und geben ihnen die Option flexible Arbeitszeiten einzurichten, Mitarbeiterevents zu starten, kostenlose Getränke und Obst zu stellen oder kreative Ideenfindungen zu nutzen.

Tipp 9: Steuerfallen vermeiden

Ausreichende Steuervorauszahlungen

Ein junges Unternehmen benötigt ausreichende Liquidität, um investieren und sich weiterentwickeln zu können. Die Steuervorauszahlungen müssen jedoch in einer gewissen Höhe mit einberechnet werden, denn hohe Steuernachzahlungen könnten eine finanzielle Schieflage im kommenden Jahr bedeuten. In den meisten Fällen kommt es in den ersten drei Jahren nur zu geringen Gewinnerwartungen und folglich auch geringen Steuervorauszahlungen.

Kontrolle über Auszeichnung der Umsatzsteuer

Das Umsatzsteuergesetz schreibt vor, dass Unternehmen eine Umsatzsteuer-Voranmeldung abgeben müssen. Grundsätzlich muss diese vierteljährlich abgegeben werden. Neue Unternehmen müssen im Jahr der Gründung und im nachfolgenden Jahr monatliche Umsatzsteuer-Voranmeldungen abgeben.


Für Verbraucher muss der Endpreis ersichtlich sein, also alle Kosten, die zu dem Kaufpreis dazuzählen, müssen angegeben werden wie die Umsatzsteuer und eventuelle Versandkosten. Das Unternehmen hat die Steuer mit der Vorauszahlung bereits geleistet.

Rechtsform beachten

Je nachdem, welche Rechtsform gewählt wurde, fallen unterschiedliche Steuern an. Ist eine GmbH gewählt, unterliegt der Gewinn der Körperschaft der Körperschaftssteuer mit 15 Prozent plus Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer. Bei der Gewinnausschüttung der Kapitalgesellschaft kommt entweder die Kapitalertragssteuer von 25 Prozent oder die Einkommenssteuer zustande.

 

Bei Personengesellschaften ist der Gewinn mit der Gewerbesteuer zu versteuern, unter Berücksichtigung eines Freibetrags von 24.500 Euro bei dem Gesellschafter. Start-ups sollten sich deshalb bereits bei der Unternehmensgründung überlegen, welche Form sie annehmen wollen und welche Umsätze sie erwarten können, um Steuern zu sparen.

Kompetente Berater engagieren

Da viele bereits die eigene Einkommenssteuer überfordert, ist das Hinzuziehen eines externen Beraters für Start-ups unabdingbar. In den Kompetenzbereich fallen Buchhaltung, Steuererklärung, betriebswirtschaftliche Beratung und eine Einschätzung des Start-up-Potentials. Hilfreich sind Steuerberater, die sich auf Neugründungen spezialisiert haben, denn sie kennen die Tücken und Schlupfwinkel des Steuerrechts. Neugründer sollten deshalb mindestens eine erste Steuerberatung vor der Gründung aufsuchen und sich für die spätere Entwicklung einen Berater zur Seite stellen.

Tipp 10: Netzwerke ausbilden

Geschäftskontakte knüpfen

Ohne Netzwerk gelingt kein Start-up-Vorhaben, denn es lebt von neuen Kontakten, Ideen, Geschäftspartnern und Kunden, welche die Unternehmensidee weiter voranbringen und verbreiten. Um Investoren an Land zu ziehen, sind Events und Messen sinnvoll, aber es gibt mittlerweile auch kreative Formen, wie das Business-Speed-Dating und das Business Angel Matching, welche regelmäßig stattfinden. Einen Erfahrungsbericht liefert folgender Eintrag.

Erfahrungsaustausch

Aufgrund der flachen Hierarchien lohnt es sich bei anderen Start-ups anzuklopfen, um Erfahrungen auszutauschen oder wertvolle Tipps zu erhalten. Dabei ist der Grat zwischen Austausch und Geschäftsbeziehung oft sehr schmal, kann jedoch zu neuen Ideen und der Verbesserung der eigenen Abläufe führen. Eine Möglichkeit ist es, an Wettbewerben teilzunehmen und bei Preisverleihungen für innovative Start-ups dabei zu sein, wenn nicht als Gewinner, so zumindest als Teilnehmer oder aktiver Zuschauer. Kontakte knüpfen und sie zu halten, erfordert viel Durchhaltevermögen, kann jedoch fruchtbare Ergebnisse hervorbringen.

Fazit

Es gibt kein ideales Rezept für die Gründung eines Start-ups und sehr viele gute Ideen verschwinden innerhalb der ersten Gründungsphase wieder im Boden der Versenkung. Die hohe Motivation der Gründer sollte jedoch nicht in der ersten Phase verpuffen, sondern aktiv genutzt werden, um zuerst die Finanzierung der ersten Jahre zu sichern und einen optimalen Businessplan zu erstellen. Neue Mitarbeiter sind die Quelle des weiteren Erfolgs, die ebenso gut zu behandeln sind, wie die Idee selbst. Unternehmensgründer benötigen Mut, Durchhaltevermögen, starke Nerven und Flexibilität, um bestehen zu können. Besonders in Großstädten sollte sich ein geeignetes Team finden lassen. Eine weitere Inspiration liefert dieses Video:

 


 

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