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Das Einmaleins der Suchmaschinenoptimierung: Gute Backlinks aufbauen

Linkaufbau selber machen - Grundlagen zum Linkbuilding

Wie werden eigentlich derzeit in der breiten Masse Links aufgebaut? Und was schreibt Google in seinen Richtlinien dazu? Der Versuch einer Übersicht.

Ein Fachartikel von Markus Hövener

 

Grundsätzlich ist das Paradigma von Google ja nicht schlecht: Eine Verlinkung ist ein positives Votum für eine Website. Wenn eine Website nicht gut und relevant wäre, würde man ja nicht darauf verlinken. Also kann man die Qualität und Beliebtheit einer Website an ihren Backlinks bemessen.

Das mag in den Anfangszeiten des Suchmaschinenbetreibers noch gegolten haben. Weder aber will ein Websitebetreiber mittlerweile darauf warten, dass Links organisch entstehen, noch gibt es in einigen Branchen überhaupt genügend Potenziale, um organisch verlinkt zu werden (vor allem B2B, vermeintlich peinliche medizinische Themen, bestimmte finanzielle Aspekte).

Und so werden fleißig Backlinks künstlich aufgebaut, wobei nicht jede Agentur oder jeder Betreiber dieselbe Strategie zum Linkaufbau (engl. Linkbuilding) an den Tag legt. Oftmals geht es dort eher um Quantität als um Qualität. Es geht aber auch um Bequemlichkeit, denn wie gesagt ist es nicht immer einfach, wertige Links selber aufzubauen.

Wer sich z. B. Googles originäre Formel zur PageRank-Berechnung anschaut, wird dort nur etwas von PageRank-Verteilungen lesen. Jede Website kann durch einen Link PageRank weitergeben. Wer sich also in 100 Social-Bookmarking-Verzeichnisse wie LinkSilo.de oder delicious.com einträgt, kann so schnell 100 Backlinks aufbauen und gemäß der Formel PageRank anhäufen.

Dabei hat der Websitebetreiber aber die Rechnung ohne den Wirt – gemeint ist Google – gemacht. Denn auch Google hat längst erkannt, dass Backlinks sehr schnell über öffentlich zugängliche Linkaufbau-Tools bequem aufgebaut oder sogar bei Ebay gekauft werden können. Der Suchmaschinenbetreiber musste also handeln – und handelt immer noch. Permanent werden die Algorithmen justiert, um Links besser bewerten zu können.

Ankertext von Backlinks

Eine Änderung betrifft z. B. den Ankertext. Google berücksichtigt den Ankertext, so dass grundsätzlich eine Website, die über viele Backlinks mit Ankertexten wie „Fertighaus“ verfügt, auch für diesen Suchbegriff gut gefunden wird.

Aber es sieht aus Suchmaschinensicht nicht sehr organisch aus, wenn eine Website hundertfach mit dem gleichen Ankertext – z. B. „Ratenkredit“ – verlinkt ist. Daher ist seit einigen Jahren der Trend erkennbar, dass derlei „auffällige“ Ankertexte vermieden werden, wenn Linkaufbau selber gemacht wird. Websitebetreiber versuchen eher Ankertexte zu setzen, die nicht ausschließlich aus dem Suchbegriff besteht, diesen aber trotzdem beinhalten (z. B. Ankertext „eine Übersicht aller Ferienhaus-Anbieter“, wenn der Suchbegriff „Ferienhaus“ wichtig ist). So versucht man weniger aufzufallen.

Insgesamt bemühen sich Unternehmen also, mehr Varianz in die Verlinkung zu bringen, um nicht algorithmisch erkannt werden zu können: andere Ankertexte, manche Verlinkungen auf die Startseite, manche auf Unterseiten, mal ein Link, der gar keine Suchbegriffe beinhaltet – all das sind Rezepte, um bei Suchmaschinen nicht direkt negativ aufzufallen und den Linkaufbau erfolgreich selber zu machen.

Die typischen Backlinks

Wer Verlinkungen von Websites analysiert, wird dort immer wieder ganz typische Backlinks finden können (siehe Tabelle unten). Dabei haben die in der Tabelle genannten typischen Orte beim Linkaufbau einen ganz klaren Vorteil: Man bekommt dort immer und ohne relevanten Aufwand einen Link. Dementsprechend sehen dann aber auch viele dieser Websites aus – mit Verlinkungen zu  Ferienhäusern, Ratenkrediten, Versicherungsvergleichen und anderen bekannten Themen.

 

Dofollow-Link über Blog-KommentareAuf diesem Wege können wohl 1.000 oder mehr Verlinkungen aufgebaut werden. Allerdings wird man dann auch schnell erkennen, dass Suchmaschinen diese Links oftmals nur mit einer geringen Wertung versehen. Wer also nur auf den Aufbau solcher Backlinks setzt und sie nicht nur als Beimischung zu anderen guten Links nutzt, wird kaum gute Rankings erreichen können. Denn Suchmaschinen können viele dieser Links als das erkennen, was sie sind – nämlich reine Fleißarbeit und nicht das Ergebnis eines positiven Votums für die Website.

Linkaufbau selber machen – Möglichkeiten für das Linkbuilding

Segment Typische Vertreter
Anzahl möglicher Sites
Social Bookmarking www.linksilo.de, ... Es sind sicherlich deutlich mehr als 100 Portale verfügbar, die zum Teil auch alle auf derselben Software basieren und sehr ähnlich aussehen.
Artikelverzeichnisse www.artikelportal.de, ... Reine Artikelverzeichnisse gibt es wohl in einer hohen zweistelligen Anzahl.
Kostenlose PR-Portale www.openpr.de, ... Grundsätzlich gibt es viele kostenlose PR-Portale, aber nicht alle bieten Dofollow-Links oder sind noch aktiv. Insgesamt gibt es wohl eine hohe zweistellige Anzahl solcher Portale.
Allgemeine Verzeichnisse www.bellnet.de, ... Sicherlich gibt es mindestens eine dreistellige Anzahl allgemeiner Verzeichnisse. Wenn man allerdings etwas selektiver wird und gewisse qualitative Ansprüche an so ein Verzeichnis stellt, bleiben wohl maximal 50 vertretbare allgemeine Verzeichnisse übrig.
B2B-Verzeichnisse www.wlw.de, ... Einige B2B-Verszeichnisse, Business-Suchmaschinen Firmenverzeichnisse oder Lieferantensuchmaschinen sind auch für den Linkaufbau nützlich.
Branchenverzeichnisse www.dachdecker.com, ... Abhängig von der Branche
Kostenlose Blogs („Free Blogs“) xxx.wordpress.com, ... Kostenlose Blogs kann man auf vielen deutschen und internationalen Plattformen aufbauen. Hier gibt es wohl eine hohe zweistellige Anzahl relevanter Plattformen. Da man aber in der Regel für jedes kostenlose Blog eine eigene Subdomain bekommt, kann man prinzipiell eine unendliche Anzahl solcher Blogs aufbauen.
Kostenlose Websites

beispielname.tripod.com,

beispielname.beepworld.de, ...

Anbieter kostenloser Websites gibt es in überschaubarer Anzahl – zumindest wenn man gewisse Qualitätskriterien hat. So gibt es wohl eine niedrige zweistellige Anzahl guter Anbieter, bei denen man in der Regel eine Subdomain erhält und dort dann eine kostenlose Website aufbauen kann.
Blog-Kommentare   Es gibt nur noch ganz wenige Blogs, die in ihren Kommentaren Dofollow-Links anbieten (siehe Abbildung oben). Vor allem werden Kommentare in der Regel moderiert, so dass man hier noch auf breiter Basis gute Backlinks aufbauen kann – mal davon abgesehen, dass Google Blog-Kommentare sehr einfach als solche erkennen kann.
Gästebücher   Einige kleine Websites bieten immer noch ein unmoderiertes Gästebuch, in dem sich dann sehr schnell Kommentare finden, die auf allerlei bekannte Themen abzielen.

Plattformen zum Linkkauf

Wer eine schnelle Möglichkeit zum Linkaufbau sucht, wird auch auf Dienste wie www.backlinkseller.de, www.everlinks.net und www.ranksider.de oder auch Plattformen wie www.teliad.de oder www.text-link-ads.com stoßen. Auch wenn deren Funktionsweisen zum Teil etwas unterschiedlich sind, geht es doch immer um dasselbe: Auf solchen Marktplätzen werden Links verkauft, die dann nicht selten aus Blog-Beiträgen heraus geliefert werden. Viele Marktplätze sind öffentlich, aber es gibt natürlich auch Dienste, die nicht öffentlich sind und zu denen man nur durch Networking Zugang erhält.

Alle diese Dienste haben aber gemein, dass deren Nutzung gegen die Google-Richtlinien verstößt (siehe http://support.google.com/webmasters/bin/answer.py?hl=de&answer=35769 und vor allem http://support.google.com/webmasters/bin/answer.py?hl=de&answer=66356). So schreibt Google in seiner Online-Hilfe (http://support.google.com/webmasters/bin/answer.py?hl=de&answer=66736):
 

„Der Ankauf oder Verkauf von Links, die PageRanks weitergeben, ist ein Verstoß gegen die Richtlinien für Webmaster von Google, der sich negativ auf das Ranking einer Website in den Suchergebnissen auswirken kann.“


Google weist aber darauf hin, dass es auch legitime Möglichkeiten gibt, Links zu kaufen. Manche Verzeichniseinträge müssen gekauft werden (z. B. bei einigen hochwertigen B2B-Verzeichnissen wie „Wer liefert was?“). Und es gibt viele andere Grenzfälle, bei denen man für eine Werbemöglichkeit bezahlt und als Gegenleistung – ob gewollt oder nicht – einen Link erhält.

Linktausch

Viele Websitebetreiber erhalten regelmäßig E-Mails, in denen um einen Linktausch gebeten wird. Auch das ist in der Realität ein häufiges Vorgehen, um Backlinks aufzubauen. Google geht auch dazu in seinen Richtlinien (http://support.google.com/webmasters/bin/answer.py?hl=de&answer=66356) ein:
 

„Es gibt jedoch Webmaster, die auf Programme zum Linkaustausch zurückgreifen und Partnerseiten erstellen, die alleine dem Zweck der Websitevernetzung dienen, ohne dabei auf die Qualität der Links, ihrer Quellen oder die langfristigen Auswirkungen auf die eigenen Websites zu achten.“


Damit sei vor allem gemeint:
 

„Übermäßiger Linkaustausch und übermäßige gegenseitige Vernetzung“


Dreiecks-LinktauschAus Angst vor Google werden zwar Links getauscht, aber in den seltensten Fällen direkt. Vielmehr wird oft ein Dreiecks-Linktausch verabredet (1 -> 3, 4 -> 1 oder 1 -> 3, 4 -> 2), bei dem die Rückverlinkung von einer dritten Website erfolgt. In der Praxis entsteht dann oft ein Ungleichgewicht, da die Website 4 meist nicht dieselbe „Link-Qualität“ hat.

Linkaufbau selber machen: Qualitätslinks

In der Branche setzt sich immer mehr die Erkenntnis durch, dass Google viele dieser Linkaufbau-Maßnahmen relativ leicht erkennen und entwerten kann. Websitebetreiber bemühen sich also immer öfter, gute Backlinks von relevanten Websites aufzubauen und den Linkaufbau selber zu machen.

Hierzu gibt es unterschiedliche Maßnahmen, z. B.

  1. Erstellung und Verbreitung von Infografiken
  2. Eigene Studien durchführen und veröffentlichen
  3. Gewinnspiele, an denen andere teilnehmen können, indem sie darüber berichten (und einen Link setzen)
  4. Attraktive Inhalte oder Tools (z. B. ein Werbeagentur-Kostenkalkulator)
  5. In diesen Artikeln finden sich noch mehr Tipps: "Linkpopularität steigern", "Suchmaschinenoptimierung selber machen"

Insgesamt scheint es aber noch so zu sein, dass in der breiten Masse auf diese Maßnahmen eher selten zurückgegriffen wird. Das hat unterschiedliche Gründe: Zum einen wird Linkaufbau oft an Agenturen ausgelagert – und es gibt es nicht immer Agentur-Kunde-Konstellationen, in denen die Agentur eine aktive Rolle einnehmen kann oder will. Daher sind viele der Maßnahmen für Agenturen nicht nur sehr zeitintensiv, sondern sogar ohne Mithilfe des betreuten Unternehmens nicht zu leisten.

Zum anderen erfolgt vieles aus wirtschaftlichen Erwägungen. Solange man einen Backlink auch kaufen kann, erscheint es nicht immer sinnvoll, diesen über aufwendigere Maßnahmen zu erlangen, deren Ergebnis man nicht gut vorhersagen kann.

Ebenfalls muss beachtet werden, dass viele Maßnahmen nicht in allen Branchen gleichermaßen gut funktionieren. Gerade in der B2B-Branche oder bei vermeintlich peinlichen Themen (z. B. Kredite ohne Schufa) gibt es in der Regel viel zu wenig Potenzial, um sich innerhalb der Thematik organisch verlinken zu lassen.

Fazit

SEMINAR-TIPP ZUR WEITERBILDUNG

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Linkaufbau wird immer ein Katz- und Maus-Spiel bleiben. Viele der Taktiken, die vor Jahren genutzt wurden, sind mittlerweile „tot“, da allgemeine Suchmaschinen immer intelligenter werden und durchaus zwischen guten und schlechten Backlinks unterscheiden kann.

Unternehmen, die in Linkaufbau investieren, sollten genau festlegen, welche Maßnahmen sie wünschen und welche nicht. Denn Linkaufbau ist auch eine strategische Entscheidung: Riskiert man einen zeitweiligen Nachteil gegenüber der Konkurrenz, indem man ganz bestimmte Taktiken nicht nutzt? Oder muss man immer vorne dabei sein – mit der deutlich höheren Gefahr, dann bei Google in Ungnade zu fallen?

Unternehmen muss vor allem klar sein, dass wirklich guter Linkaufbau eine Kunst ist, die auch die Mithilfe des Unternehmens erfordert. Alles, was Standard ist, kann Google erkennen oder wird schon bald in der Lage sein, das zu erkennen.

Über den Autor

Markus Hövener; Geschäftsführer BloofusionMarkus Hövener ist Chefredakteur des Magazins suchradar und geschäftsführender Gesellschafter der Suchmaschinen-Marketing-Agentur Bloofusion Germany.

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