Schutz sensibler Kundendaten

Cybersecurity-Grundlagen für modernes Onlinemarketing

Im digitalen Zeitalter sind Kundendaten ein zentraler Erfolgsfaktor für Onlinemarketing. Sie bilden die Basis für personalisierte Kampagnen, zielgerichtete Analysen und effiziente Automatisierung. Doch diese Daten sind gleichzeitig ein attraktives Ziel für Cyberkriminelle. Cyberangriffe können nicht nur finanzielle Schäden verursachen, sondern auch das Vertrauen Ihrer Kunden und damit Ihre Marke langfristig schädigen. Schutz sensibler Daten ist daher weit mehr als eine technische Aufgabe: Er ist ein strategischer Wettbewerbsfaktor im Marketing.
 

In diesem Artikel erfahren Sie, welche Daten besonders schützenswert sind, welche Risiken bestehen und welche praktischen Maßnahmen Sie im Onlinemarketing ergreifen sollten.

 

Ein Fachartikel von Markus Mattscheck

 

Inhalt

Welche sensiblen Kundendaten im Onlinemarketing verarbeitet werden

Aktuelle Bedrohungslage: Warum Marketing-Daten im Fokus stehen

1. Phishing und Social Engineering

2. Malware-Infektionen

3. Credential Stuffing (Wiederverwendung gehackter Zugangsdaten)

4. Angriffe über Drittanbieter-Schnittstellen

Typische Sicherheitslücken im Marketing-Umfeld

Rechtliche Rahmenbedingungen: DSGVO und Compliance im Marketing

Haftungsrisiken und praktische Folgen von Datenschutzverstößen

Cybersecurity-Grundlagen für Marketing-Teams

1. Minimalprinzip bei Zugriffsrechten

2. Regelmäßige Updates und Patch-Management

3. Sichere Netzwerkverbindungen – auch über VPNs

Technische Schutzmaßnahmen im Marketing-Alltag

1. Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA)

2. Verschlüsselung von Daten

3. Sichere Hosting- und Cloud-Infrastrukturen

4. Absicherung von Formularen und Scripts

Organisatorische Maßnahmen und Mitarbeiterschulungen

Umgang mit Sicherheitsvorfällen im Marketing-Alltag

Sichere Zusammenarbeit mit Dienstleistern und Tools

Best Practices: Cybersecurity im Marketing strategisch verankern

Fazit

Welche sensiblen Kundendaten im Onlinemarketing verarbeitet werden

Im Marketing werden verschiedene Arten sensibler Daten erhoben, verarbeitet und gespeichert. Dazu gehören:

  • Personenbezogene Daten wie Name, E-Mail, Adresse und Telefonnummer
  • Verhaltensdaten wie Website-Besuche, Klick-Verläufe und Interessenprofile
  • Transaktions- und Zahlungsdaten
  • Daten aus CRM- und Automationssystemen
  • Tracking- und Segmentierungsdaten

Da diese Informationen Rückschlüsse auf Identität, Präferenzen und Kaufverhalten zulassen, gelten sie als besonders schützenswert und unterliegen strengen rechtlichen Vorgaben wie der DSGVO.

Aktuelle Bedrohungslage: Warum Marketing-Daten im Fokus stehen

Cyberangriffe nehmen weiter zu: Laut aktuellen Schätzungen sind 2025 deutschlandweit Schäden durch Cyberkriminalität in Höhe von 289 Milliarden Euro entstanden. Marketing- und Datenplattformen sind hierbei häufige Angriffspunkte, da sie direkten Zugang zu Kundendaten und Werbenetzwerken bieten. Häufige Angriffsarten umfassen:

1. Phishing und Social Engineering

Angreifer täuschen Mitarbeitende mit gefälschten E-Mails oder Login-Seiten. Ziel ist es, Zugangsdaten für Marketing-Tools, CRM-Systeme oder Werbekonten abzugreifen. Marketing-Teams sind besonders gefährdet, da sie regelmäßig mit externen Partnern und Plattformen kommunizieren. Schon ein einziger kompromittierter Zugang kann weitreichende Folgen haben.

2. Malware-Infektionen

Schadsoftware gelangt häufig über infizierte Anhänge, Downloads oder manipulierte Websites in Unternehmenssysteme. Einmal installiert, kann Malware Daten auslesen, Zugriffe überwachen oder weitere Schadprogramme nachladen. Marketing-Systeme sind attraktiv, da sie große Mengen sensibler Kundendaten enthalten. In vielen Fällen bleibt eine Infektion lange unentdeckt.

3. Credential Stuffing (Wiederverwendung gehackter Zugangsdaten)

Bei dieser Angriffsmethode werden gestohlene Zugangsdaten aus früheren Datenlecks automatisiert getestet. Da Passwörter häufig mehrfach verwendet werden, sind auch Marketing-Konten betroffen. Besonders gefährlich sind zentrale Plattformen wie Werbekonten oder Marketing-Automation-Tools. Ein erfolgreicher Login erfolgt oft unbemerkt.

4. Angriffe über Drittanbieter-Schnittstellen

Marketing-Tools sind häufig über APIs und Plugins miteinander verknüpft. Unsicher konfigurierte Schnittstellen bieten Angreifern einen indirekten Zugang zu Systemen und Daten. Besonders kritisch sind externe Dienstleister mit weitreichenden Zugriffsrechten. Ein Sicherheitsproblem bei einem Partner kann sich schnell auf das eigene Unternehmen auswirken.
 

Schon ein einziger erfolgreicher Angriff kann dazu führen, dass Kundendaten unautorisiert abfließen, Kampagnen gestört oder Werbebudgets missbraucht werden.

Typische Sicherheitslücken im Marketing-Umfeld

Viele Sicherheitsrisiken entstehen nicht allein durch Technik, sondern durch organisatorische und prozessuale Schwächen:

  • Unsichere oder veraltete Tools und Plugins
  • Unklare Zugriffsrechte und schwache Authentifizierung
  • Fehlende Sensibilisierung der Mitarbeitenden
  • Unzureichende Kontrolle von Partnern und Dienstleistern

Gerade bei externen Agenturen oder Freelancern mit Zugang zu sensiblen Systemen müssen Datensicherheits- und Datenschutzanforderungen klar definiert und vertraglich abgesichert werden.

Rechtliche Rahmenbedingungen: DSGVO und Compliance im Marketing

In Europa bildet die DSGVO den zentralen Rechtsrahmen, der Unternehmen verpflichtet, personenbezogene Daten angemessen zu schützen und keine unautorisierte Weitergabe zuzulassen. Dazu gehören folgende Anforderungen:

  • Technische und organisatorische Maßnahmen zur Datensicherheit
  • Dokumentation und Nachweis der Datenverarbeitung
  • Einholung und Verwaltung von Einwilligungen
  • Transparente Datenschutzerklärungen

Bei Verstößen drohen nicht nur erhebliche Bußgelder, sondern auch Reputations- und Vertrauensverluste.

Haftungsrisiken und praktische Folgen von Datenschutzverstößen

Datenschutzverstöße haben für Unternehmen weitreichende Folgen, die über mögliche Bußgelder hinausgehen. Zwar sieht die DSGVO empfindliche finanzielle Sanktionen vor, doch in der Praxis wiegen Reputationsschäden häufig schwerer. Der Verlust von Kundenvertrauen kann langfristige Auswirkungen auf Markenwahrnehmung und Umsatz haben.
 

Kommt es zu einer Datenpanne, bestehen zudem klare Meldepflichten gegenüber Aufsichtsbehörden. In vielen Fällen müssen auch betroffene Personen aktiv informiert werden. Dies erhöht den öffentlichen Druck und den organisatorischen Aufwand erheblich. Hinzu kommt enormer interner Aufwand durch:

  • die Analyse des Vorfalls
  • die Wiederherstellung von Systemen
  • die Anpassung von Sicherheitsmaßnahmen

Datenschutzverletzungen binden Ressourcen und können den laufenden Marketingbetrieb spürbar beeinträchtigen.

Cybersecurity-Grundlagen für Marketing-Teams

Cybersecurity ist kein isoliertes IT-Thema, sondern ein gemeinsamer Verantwortungsbereich von Marketing, IT und Compliance. Folgende Prinzipien bilden die Grundlage:

1. Minimalprinzip bei Zugriffsrechten

Nur diejenigen Mitarbeitenden und Systeme erhalten Zugang zu sensiblen Daten, die ihn wirklich benötigen.

2. Regelmäßige Updates und Patch-Management

Software-Updates schließen bekannte Schwachstellen und reduzieren das Risiko von Exploits.

3. Sichere Netzwerkverbindungen – auch über VPNs

Ein Virtual Private Network (VPN) wie das VPN für Chrome von Express-VPN sorgt dafür, dass Daten verschlüsselt über öffentliche oder unsichere Netzwerke übertragen werden. Durch einen VPN-Tunnel werden Daten so geschützt, als befänden sich die Endgeräte im sicheren internen Netzwerk. Dies minimiert das Risiko des Abfangens von Informationen durch Dritte.
 

Für Teams, die von unterwegs, aus Coworking Spaces oder im Home-Office arbeiten, ist ein VPN deshalb ein wichtiges Sicherheitswerkzeug, um Kundendaten vor unautorisiertem Zugriff zu schützen.
 

Wichtig: Ein VPN erhöht die Sicherheit deutlich. Trotzdem ersetzt es nicht die weiteren Datenschutz-Maßnahmen.

Technische Schutzmaßnahmen im Marketing-Alltag

1. Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA)

Auch wenn Zugangsdaten kompromittiert werden, verhindert 2FA in vielen Fällen unberechtigte Logins. Neben Benutzername und Passwort ist ein zusätzlicher Sicherheitsfaktor erforderlich.

Dazu gehören etwa:

  • ein zeitlich begrenzter Code aus einer Authenticator-App
  • eine SMS
  • ein Hardware-Token

Dadurch reicht ein gestohlenes Passwort allein nicht mehr aus, um auf Systeme zuzugreifen.
 

Gerade im Onlinemarketing sind zentrale Plattformen besonders schützenswert. Dazu zählen Werbekonten, CRM-Systeme, Newsletter-Tools und Marketing-Automation-Lösungen. Ein unautorisierter Zugriff kann hier nicht nur zum Abfluss sensibler Kundendaten führen, sondern auch zu Manipulationen von Kampagnen oder missbräuchlichen Ausgaben von Werbebudgets.
 

Besonders wirksam ist 2FA, wenn sie verpflichtend für alle Nutzerkonten eingeführt wird, einschließlich externer Dienstleister und Agenturen. App- oder Hardware-basierte Verfahren gelten dabei als sicherer als SMS-basierte Lösungen.

2. Verschlüsselung von Daten

Sensible Informationen sollten sowohl bei der Übertragung als auch im Ruhezustand verschlüsselt werden. Transportverschlüsselung schützt Daten, wenn sie zwischen Browsern, Servern und externen Tools ausgetauscht werden. Ruhende Daten müssen abgesichert sein, falls Systeme kompromittiert oder Datenträger entwendet werden. Gerade Marketing-Datenbanken enthalten oft umfangreiche personenbezogene Informationen. Ohne Verschlüsselung können diese bei Sicherheitsvorfällen leicht missbraucht werden.
 

Bei der Datenübertragung kommt in der Regel TLS-Verschlüsselung zum Einsatz, wie sie bei HTTPS-Verbindungen genutzt wird. Für ruhende Daten werden Inhalte in Datenbanken oder Backups verschlüsselt gespeichert, häufig mit Standards wie AES-256. Entscheidend ist ein sicheres Schlüsselmanagement, da ungeschützt gespeicherte Schlüssel den Schutz wirkungslos machen können.

3. Sichere Hosting- und Cloud-Infrastrukturen

Marketing-Systeme werden häufig in Cloud- oder Hosting-Umgebungen betrieben. Daher ist die Auswahl vertrauenswürdiger Anbieter entscheidend. Diese sollten klare Sicherheitskonzepte, regelmäßige Audits und anerkannte Zertifizierungen wie ISO/IEC oder SOC-Berichte vorweisen können. Sie geben Aufschluss darüber, wie Daten geschützt und Sicherheitsvorfälle behandelt werden.
 

Ebenso wichtig ist die korrekte Konfiguration der Systeme. Fehlende Zugriffsbeschränkungen oder offen zugängliche Speicher zählen zu den häufigsten Ursachen für Datenlecks. Klare Rechtevergabe, sichere Standardkonfigurationen und regelmäßige Überprüfungen sind daher unverzichtbar.

4. Absicherung von Formularen und Scripts

Formulare, Tracking-Scripts und Plugins sind zentrale Bestandteile vieler Marketing-Websites, aber auch potenzielle Angriffspunkte. Über manipulierte Formulare oder Scripts können Schadcode eingeschleust oder Daten abgegriffen werden. Besonders häufig sind Sicherheitslücken in veralteten oder schlecht gewarteten Plugins.
 

Regelmäßige Updates, sichere Konfigurationen und die Beschränkung auf notwendige Erweiterungen reduzieren diese Risiken deutlich. Externe Scripts sollten nur aus vertrauenswürdigen Quellen stammen und regelmäßig überprüft werden. Ergänzende Schutzmaßnahmen wie Eingabevalidierung oder Web Application Firewalls erhöhen die Sicherheit zusätzlich.

Organisatorische Maßnahmen und Mitarbeiterschulungen

Technische Tools allein reichen nicht. Die größte Schwachstelle bleibt der Mensch:

  • Sensibilisierung für Phishing und Social Engineering
  • Klare Prozessdokumentationen bei Datenzugriff
  • Regelmäßige Audits und Security-Tests
  • Notfall- und Incident-Response-Pläne

Durch strukturierte Schulungen erhöhen Sie die Wahrscheinlichkeit, dass Mitarbeitende Risiken erkennen und korrekt reagieren.

Umgang mit Sicherheitsvorfällen im Marketing-Alltag

Trotz präventiver Maßnahmen lassen sich Sicherheitsvorfälle nicht vollständig ausschließen. Entscheidend ist daher, wie schnell und strukturiert darauf reagiert wird. Verdächtige Logins, ungewöhnliche Systemaktivitäten oder unerklärliche Änderungen an Kampagnen sollten sofort überprüft und gemeldet werden. In solchen Fällen ist es wichtig, betroffene Zugänge umgehend zu sperren und Passwörter zurückzusetzen.
 

Kommt es zu einem möglichen Datenabfluss, müssen klare interne Abläufe greifen. Dazu zählen die technische Analyse des Vorfalls, die Sicherung von Beweisen und die Abstimmung mit IT- und Datenschutzverantwortlichen. Parallel ist zu klären, welche Informationen extern kommuniziert werden müssen. Vorbereitete Notfall- und Kommunikationspläne sparen in dieser Situation wertvolle Zeit. Sie helfen, Fehler zu vermeiden, rechtliche Pflichten einzuhalten und den laufenden Marketingbetrieb schneller zu stabilisieren.

Sichere Zusammenarbeit mit Dienstleistern und Tools

Marketingteams nutzen oft externe Dienste wie CRM, Analytics oder Automationsplattformen. Um Risiken zu minimieren:

  • Prüfen Sie die Sicherheits- und Datenschutzstandards der Anbieter
  • Schließen Sie Auftragsverarbeitungsverträge ab
  • Überwachen Sie Datenflüsse und API-Zugriffe regelmäßig

Nicht selten entstehen Sicherheitsprobleme über schlecht gesicherte Schnittstellen, die ein Sicherheitsleck für Ihre gesamte Datenlandschaft darstellen.

Best Practices: Cybersecurity im Marketing strategisch verankern

Die Integration von Cybersecurity in Ihre Marketingprozesse sollte systematisch erfolgen:

  • Security by Design: Sicherheitsaspekte von Anfang an in Kampagnen und Tools einplanen
  • Datenschutzfreundliches Tracking: Setzen Sie auf datensparsame und datenschutzkonforme Lösungen
  • Kontinuierliche Optimierung: Cyberbedrohungen entwickeln sich weiter – Ihre Maßnahmen auch

Cybersecurity-Strategien sollten regelmäßig überprüft und an neue Bedrohungen angepasst werden.

Fazit: Cybersecurity als Wettbewerbs- und Vertrauensfaktor

Der Schutz sensibler Kundendaten ist kein optionales IT-Projekt, sondern ein zentraler Bestandteil moderner Marketing-Strategien. Eine strukturierte Cybersecurity-Strategie schützt nicht nur Ihre Daten, sondern auch Ihre Marke, Ihre Reputation und das Vertrauen Ihrer Kunden. Durch die Kombination aus klaren Prozessen, sicheren Tools – inklusive VPN-Absicherung – und kontinuierlicher Sensibilisierung schaffen Sie ein robustes Fundament für nachhaltiges Marketing-Wachstum.

Über Markus Mattscheck

Markus MattscheckBetreiber und Chefredakteur von Onlinemarketing-Praxis

 

Markus Mattscheck ist in seinen Tätigkeitsfeldern bereits seit 1995 fest mit dem Internet verdrahtet und verfügt über eine umfassende Marketing-Expertise. Sein Kommunikations- und PR-Background verbindet er mit seinem hohen Grad an technischem Know-how und entwickelt daraus ganzheitliche Onlinemarketing-Strategien. Dieses Wissen teilt er als Autor und schreibt praxisnah und verständlich über Fachthemen aus vielen Bereichen des Onlinemarketings.

Cybersecurity-Grundlagen für modernes Onlinemarketing
5 von 5 ( 1 Bewertung)
  • Verständlichkeit
    (5, insgesamt 1 Stimme)
  • Nützlichkeit
    (5, insgesamt 1 Stimme)
  • Relevanz
    (5, insgesamt 1 Stimme)
  • Praxisbezug
    (5, insgesamt 1 Stimme)
Fügen Sie Ihre Bewertung hinzu