Unter dem Begriff „Marketing“ werden im Allgemeinen jene Maßnahmen zusammengefasst, die dazu beitragen, alle Aktivitäten eines Unternehmens konsequent auf die gegenwärtigen und künftigen Erfordernisse des Marktes auszurichten (Definition nach H. C. Weis, Marketing, 1993, S. 19). Hierzu stehen dem Unternehmen verschiedene Marketinginstrumente zur Verfügung: von der Produktpolitik über die Preispolitik und Kommunikationspolitik bis zur Distributionspolitik.
Beim Onlinemarketing wird das Marketing in Onlinemedien umgesetzt (Online + Marketing = Onlinemarketing). Dabei liegt der zentrale Fokus des Onlinemarketings häufig auf der Kommunikationspolitik. Denn wer heute neue Interessenten, Anfrager oder Besteller gewinnen will, der sollte online auf sich aufmerksam machen. Und wer seine Kunden binden möchte, sollte auf die Möglichkeiten im Onlinemarketing ebenfalls nicht verzichten.
Gleichzeitig kann das Onlinemarketing auch für die anderen Marketingbereiche eine bedeutende Rolle spielen. So stellt beispielsweise der Online-Shop einen Vertriebskanal dar, der direkten Einfluss auf die gesamte Distributions- und Preispolitik eines Unternehmens nehmen kann. Neben dem Internet sind das Intranet (geschlossene Rechnernetzwerke), das Extranet (Netzwerke für eine festgelegte Gruppe externer Benutzer) und mobile Endgeräte (Mobiltelefone, Smartphones, PDAs oder auch BlackBerry-Handhelds) weitere Bereiche des Onlinemarketings.

Onlinemarketing umfasst alle Marketingmaßnahmen, die über digitale Kanäle – insbesondere das Internet und mobile Endgeräte – geplant, umgesetzt und gemessen werden, um Unternehmensziele wie Kundengewinnung, Kundenbindung und Umsatzsteigerung zu erreichen.
Im klassischen Marketing-Mix der vier Ps (Produkt, Preis, Promotion, Place) liegt der Schwerpunkt des Onlinemarketings auf der Kommunikationspolitik (Promotion): Unternehmen machen online auf ihr Angebot aufmerksam, generieren Anfragen und pflegen Kundenbeziehungen. Gleichzeitig beeinflusst das Onlinemarketing zunehmend auch die anderen drei Bereiche: Online-Shops verändern die Distributionspolitik, dynamische Preismodelle die Preispolitik und digitales Kundenfeedback die Produktentwicklung. Onlinemarketing ist damit kein isolierter Kanal mehr, sondern ein integraler Bestandteil der Gesamtstrategie – für B2C- und B2B-Unternehmen gleichermaßen.
Onlinemarketing gliedert sich in mehrere Kerndisziplinen, die je nach Unternehmensziel, Branche und Budget unterschiedlich gewichtet werden.
Die Begriffe Onlinemarketing, Internetmarketing und Digital Marketing werden im Alltag häufig synonym verwendet, bezeichnen aber historisch betrachtet leicht unterschiedliche Wirkungsbereiche.
Internetmarketing bezog sich ursprünglich nur auf Maßnahmen im World Wide Web – also auf Websites, Suchmaschinen und E-Mail. Onlinemarketing erweiterte den Rahmen um weitere netzbasierte Kanäle wie mobile Apps, Messenger-Dienste und In-App-Werbung. Digital Marketing ist der umfassendste Begriff und schließt auch Kanäle ein, die nicht zwingend eine Internetverbindung erfordern – etwa Digital Signage, digitale Außenwerbung (DOOH) oder Offline-Funktionen mobiler Apps.
In der heutigen Praxis hat sich „Digital Marketing" international als Oberbegriff durchgesetzt, während im deutschsprachigen Raum „Onlinemarketing" weiterhin der gebräuchlichste Terminus ist. Für die strategische Planung ist die Begriffswahl weniger entscheidend als die Frage, welche Kanäle die jeweilige Zielgruppe tatsächlich nutzt und welche Maßnahmen auf die Unternehmensziele einzahlen.
Eine Onlinemarketing-Strategie übersetzt Unternehmensziele in einen konkreten Maßnahmenplan mit definierten Kanälen, Zielgruppen, Budgets und KPIs. Sie folgt typischerweise einem mehrstufigen Prozess.
Die Messbarkeit ist einer der größten Vorteile des Onlinemarketings gegenüber klassischen Marketingkanälen. Die relevanten Kennzahlen (KPIs) variieren je nach Disziplin und Zielsetzung.
Künstliche Intelligenz durchdringt ab 2025 nahezu alle Disziplinen des Onlinemarketings und verändert sowohl die operative Umsetzung als auch die strategische Ausrichtung grundlegend.
Im Suchmaschinenmarketing verschieben Googles AI Overviews und KI-Suchmaschinen wie Perplexity die Spielregeln: Für viele informationelle Anfragen liefern KI-Systeme eine zusammengefasste Antwort direkt in den Suchergebnissen, was die organische Klickrate senkt und die Bedeutung von E-E-A-T-Signalen, strukturierten Daten und transaktionalen Inhalten erhöht. Generative KI-Tools (ChatGPT, Claude, Gemini) beschleunigen die Content-Produktion – von Blogartikel-Entwürfen über Anzeigentexte bis zu personalisierten E-Mail-Varianten – erfordern aber menschliche Qualitätssicherung und strategische Steuerung. Im Performance-Marketing optimieren KI-Algorithmen Gebote, Zielgruppen und Anzeigenkreationen zunehmend autonom – Googles Performance Max und Metas Advantage+ sind Vorreiter dieses Trends. Gleichzeitig erzwingt der Wegfall von Third-Party-Cookies neue Ansätze: First-Party-Datenstrategien, serverseitiges Tracking, Contextual Targeting und Privacy-Enhancing Technologies ersetzen das bisherige Cookie-basierte Tracking. Unternehmen, die diese Entwicklungen frühzeitig in ihre Onlinemarketing-Strategie integrieren, sichern sich einen messbaren Wettbewerbsvorteil.
letzte Aktualisierung: 26. April 2026
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