Definition E-Procurement

Bezeichnung für die Beschaffung (engl. procurement) von Gütern und Dienstleistungen mit Hilfe des Internets. Dabei wird der gesamte Bestellvorgang über einen elektronischen Katalog online abgewickelt. Meist enthalten diese Kataloge auch Informationen zu den Waren. Auf diese Weise ist der Einkauf beim Stammlieferanten oft schneller und kostengünstiger als die Bestellung per Fax, Post oder Telefon.

FAQs zum Thema E-Procurement

Was ist E-Procurement?

E-Procurement (elektronische Beschaffung) ist der digitale Einkauf von Gütern und Dienstleistungen über Netzwerke, meist das Internet. Dabei wird der gesamte Beschaffungsprozess – von der Bedarfsanmeldung über die Genehmigung bis hin zur Bestellung und Rechnungsprüfung – über Softwarelösungen abgewickelt, um manuelle Aufwände zu minimieren.

Welche Formen des E-Procurements gibt es?

Man unterscheidet primär drei technische Bereitstellungsmodelle:

  • Sell-Side-Modell: Das kaufende Unternehmen bestellt direkt im Online-Shop des Lieferanten.
  • Buy-Side-Modell: Das Unternehmen nutzt ein eigenes internes System, in das Katalogdaten verschiedener Lieferanten importiert werden (z. B. SAP Ariba).
  • Marktplatz-Modell: Käufer und Verkäufer treffen auf einer neutralen Plattform zusammen, die das Sortiment vieler Anbieter bündelt.

Welche Vorteile bietet der elektronische Einkauf?

Durch die Digitalisierung der Beschaffung profitieren Unternehmen auf mehreren Ebenen:

  • Prozesskosten-Senkung: Kürzere Durchlaufzeiten und weniger administrativer Aufwand.
  • Vermeidung von Maverick Buying: Mitarbeiter bestellen nur aus freigegebenen Katalogen zu verhandelten Konditionen.
  • Transparenz: Ausgaben können in Echtzeit analysiert und gesteuert werden (Spend Analytics).
  • Fehlerreduktion: Automatisierte Datenübertragung verhindert manuelle Übertragungsfehler bei Bestellungen.

Was ist indirektes vs. direktes E-Procurement?

Die Unterscheidung erfolgt nach der Art der Güter:

  • Direktes E-Procurement: Beschaffung von Rohstoffen oder Bauteilen, die direkt in die Produktion des Endprodukts fließen.
  • Indirektes E-Procurement: Einkauf von MRO-Bedarfen (Maintenance, Repair, Operations) wie Büromaterial oder IT-Zubehör, die für den Betrieb notwendig sind, aber nicht Teil des Produkts werden.

 

Wie verändert KI das E-Procurement im Jahr 2026?

Im Jahr 2026 ist Predictive Sourcing der Standard. KI-gestützte Systeme erkennen Bedarfe, bevor sie entstehen, schlagen automatisch die besten Lieferanten basierend auf ESG-Kriterien (Nachhaltigkeit) vor und führen Preisverhandlungen durch automatisierte Bots. Zudem ermöglicht KI eine lückenlose Überwachung der Lieferketten-Risiken in Echtzeit.

letzte Aktualisierung: 11. Januar 2026