Der PageRank (engl. page = Seite; engl. rank = Rang) ist die Grundlage, auf der Google die Popularität von Webseiten bemisst und wird als Wert zwischen 0 und 10 angegeben. Webseiten mit einem Wert von 0 haben keine oder sehr wenige Verlinkungen und bei Webseiten mit einem PageRank von 10 verweisen Millionen andere Websites auf diese Webseite. Als quantitative Messgröße trifft der PageRank keine Aussage über die Qualität einer Webseite.
Der PageRank ist ein von Google-Mitgründer Larry Page und Sergey Brin an der Stanford University entwickelter Algorithmus, der die Bedeutung einer Webseite anhand der Anzahl und Qualität ihrer eingehenden Backlinks berechnet. Der Name leitet sich von Larry Page ab – nicht, wie häufig angenommen, vom englischen Wort „page" für Seite.
Das Grundprinzip basiert auf dem sogenannten Random-Surfer-Modell: Ein hypothetischer Nutzer klickt sich zufällig von Seite zu Seite über Verlinkungen durchs Web. Je mehr Links auf eine Seite verweisen und je höher die Bedeutung der verlinkenden Seiten selbst ist, desto wahrscheinlicher landet der zufällige Surfer dort – und desto höher fällt der PageRank aus. Entscheidend ist also nicht allein die Zahl der Backlinks, sondern deren Gewicht: Ein einzelner Link von einer hochautoritativen Website kann mehr PageRank vererben als hunderte Links von unbedeutenden Seiten. Dieses Prinzip der gewichteten Linkverwertung bildet die Grundlage dessen, was in der Suchmaschinenoptimierung als Linkjuice bezeichnet wird.
Die PageRank-Formel wurde 1998 im Originalpaper „The Anatomy of a Large-Scale Hypertextual Web Search Engine" veröffentlicht und folgt einem iterativen Berechnungsverfahren mit einem Dämpfungsfaktor.
Vereinfacht dargestellt: Der PageRank einer Seite A ergibt sich aus der Summe der PageRank-Werte aller Seiten, die auf A verlinken, wobei der PageRank jeder verlinkenden Seite durch die Anzahl ihrer ausgehenden Links geteilt wird. Verlinkt eine Seite mit PageRank 8 auf vier externe Seiten, erhält jede dieser Seiten ein Viertel des weitergereichten PageRanks. Der Dämpfungsfaktor d (im Originalpaper mit 0,85 angesetzt) bildet die Wahrscheinlichkeit ab, dass der Random Surfer einem Link folgt statt eine neue, zufällige Seite aufzurufen. Dieser Faktor verhindert, dass isolierte Linkschleifen den PageRank künstlich aufblähen.
Wichtig für die SEO-Praxis: Der PageRank wird nicht auf Website-Ebene berechnet, sondern für jede einzelne Webseite (URL) separat. Eine Unterseite kann einen höheren PageRank haben als die Startseite, wenn sie mehr oder hochwertigere eingehende Links besitzt. Die interne Verlinkung verteilt den PageRank innerhalb der eigenen Website – ein Grund, warum eine durchdachte Seitenarchitektur und strategische interne Links die Suchmaschinenoptimierung direkt beeinflussen.
Google hat die öffentliche Anzeige des PageRank in der Google Toolbar im Jahr 2016 endgültig abgeschaltet. Das letzte öffentliche Update der Toolbar-Werte – die Skala von 0 bis 10, die der Glossareintrag beschreibt – fand bereits im Dezember 2013 statt.
Die Gründe für die Abschaltung waren vielfältig: Der sichtbare PageRank hatte eine ganze Branche des Linkhandels befeuert, in der Backlinks nach Toolbar-PageRank-Wert gepreist und gehandelt wurden – ein direkter Verstoß gegen Googles Richtlinien. Zudem gab die Toolbar nur einen stark vereinfachten, selten aktualisierten Snapshot des tatsächlichen internen PageRanks wieder und führte zu Fehleinschätzungen. Die Abschaltung bedeutet allerdings nicht, dass der PageRank-Algorithmus selbst eingestellt wurde. Google hat mehrfach bestätigt, dass PageRank intern weiterhin als einer von vielen Ranking-Faktoren verwendet wird – er ist nur nicht mehr öffentlich einsehbar. In einem Google-Patent von 2018 wird eine aktualisierte Variante des Algorithmus beschrieben, und Google-Ingenieure haben den PageRank wiederholt als weiterhin relevanten Bestandteil des Ranking-Systems bezeichnet.
PageRank, Linkpopularität, TrustRank und Linkjuice beschreiben unterschiedliche Aspekte der linkbasierten Bewertung von Webseiten, werden aber in der SEO-Praxis häufig vermischt.
In der modernen SEO ergänzen sich diese Konzepte: Google bewertet Links nicht mehr nur nach PageRank, sondern bezieht Relevanz, Kontext, Vertrauenswürdigkeit und Natürlichkeit des Linkprofils ein – eine Weiterentwicklung, die Elemente aller vier Konzepte vereint.
Nach dem Ende des öffentlichen PageRanks haben SEO-Tool-Anbieter eigene Autoritätsmetriken entwickelt, die auf ähnlichen Prinzipien basieren, aber jeweils eigene Crawling-Daten und Berechnungsmodelle verwenden.
Das PageRank-Prinzip – die Bewertung von Autorität durch Verlinkungen – bleibt auch in der Ära von KI-Suchsystemen ein fundamentaler Baustein der Informationsbewertung, hat sich aber von einem dominierenden Ranking-Signal zu einem von vielen Eingangssignalen in komplexen KI-Modellen entwickelt.
Googles aktuelle Ranking-Systeme nutzen hunderte von Signalen, die über maschinelles Lernen gewichtet werden. Der PageRank fließt weiterhin ein, wird aber durch Nutzersignale (Klickverhalten, Verweildauer), inhaltliche Qualitätsbewertungen (E-E-A-T), semantisches Verständnis (BERT, MUM) und Aktualitätssignale ergänzt und relativiert. In den KI-Suchsystemen wie Googles AI Overviews und Perplexity entscheiden Algorithmen, welche Quellen für eine KI-generierte Antwort herangezogen werden – und auch hier spielen linkbasierte Autoritätssignale eine Rolle bei der Quellenauswahl.
Darüber hinaus inspiriert das PageRank-Konzept neue Anwendungen außerhalb der Websuche: In sozialen Netzwerken bewerten ähnliche Algorithmen die Einflussreichweite von Accounts, in Wissensgraphen die Relevanz von Entitäten und in wissenschaftlichen Datenbanken die Bedeutung von Publikationen (z. B. Eigenfactor Score). Das Grundprinzip – Autorität durch Verlinkung und Zitation zu messen – hat sich als eines der einflussreichsten Konzepte der Informatik erwiesen und wird in immer neuen Kontexten angewendet.
letzte Aktualisierung: 26. April 2026
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