Linkjuice – zusammengesetzt aus dem englischen „Link" (Verknüpfung) und „Juice" (Saft) – ist ein informeller Begriff aus der Suchmaschinenoptimierung, der die Rankingkraft beschreibt, die ein Link von einer Webseite auf eine andere überträgt. Setzt eine Seite einen Hyperlink auf eine andere, gibt sie damit einen Teil ihrer eigenen Autorität, ihres Vertrauens und ihrer Relevanz weiter – ähnlich wie ein Empfehlungsschreiben, das den Ruf des Unternehmens, das es ausstellt, auf den Empfänger überträgt.
Linkjuice ist kein offizieller Google-Begriff, hat sich aber als anschauliche Metapher in der SEO-Community fest etabliert. Er beschreibt im Kern das Konzept, das Google mit dem PageRank-Algorithmus eingeführt hat: Seiten, auf die viele hochwertige andere Seiten verlinken, gelten als relevanter und vertrauenswürdiger und werden entsprechend besser gerankt.
Wenn eine Seite auf eine andere verlinkt, werden verschiedene Signale und Eigenschaften mit dem Link weitergegeben:
PageRank ist der bekannteste und wichtigste Bestandteil des Linkjuice. Er misst die Popularität einer Seite anhand der Anzahl und Qualität eingehender Links. Je mehr PageRank eine verlinkende Seite selbst besitzt, desto mehr kann sie an verlinkte Seiten weitergeben.
TrustRank beschreibt die Vertrauenswürdigkeit einer Seite aus Sicht der Suchmaschine. Verlinkt eine besonders vertrauenswürdige Seite – etwa eine etablierte Nachrichtenwebsite, eine Universitätsseite oder eine Regierungsinstitution – auf eine andere, überträgt sie damit auch einen Teil dieses Vertrauenssignals.
Thematische Relevanz ist ebenfalls Teil des Linkjuice: Ein Link von einer thematisch verwandten Website ist in der Regel wertvoller als ein Link von einer inhaltlich völlig unzusammenhängenden Quelle, weil er die Relevanz der verlinkten Seite für ein bestimmtes Thema bestätigt.
Der Ankertext – also der klickbare Text des Links – gibt Suchmaschinen zusätzliche Hinweise darauf, worum es auf der verlinkten Seite geht, und beeinflusst damit, für welche Suchanfragen die verlinkte Seite als relevant eingestuft wird.
Die Menge des Linkjuice, die eine Seite an eine andere überträgt, hängt von mehreren Faktoren ab:
Stärke der verlinkenden Seite: Je höher die eigene Autorität und der PageRank der verlinkenden Seite, desto mehr Linkjuice kann sie weitergeben. Ein einzelner Link von einer renommierten Fachpublikation kann wertvoller sein als Dutzende Links von schwachen, unbekannten Websites.
Anzahl der ausgehenden Links: Der Linkjuice einer Seite wird gleichmäßig auf alle ausgehenden Links aufgeteilt. Eine Seite, die auf 100 andere Seiten verlinkt, gibt an jede einzelne davon deutlich weniger Linkjuice weiter als eine Seite, die nur zwei Links enthält. Wer also auf einer Seite mit vielen ausgehenden Links verlinkt ist, profitiert weniger als bei einer Seite mit wenigen, gezielt gesetzten Links.
Position des Links im Content: Links, die redaktionell eingebettet im Hauptinhalt einer Seite stehen, werden von Suchmaschinen in der Regel stärker gewichtet als Links in der Seitenleiste, im Footer oder in Kommentarbereichen. Ein kontextuell eingebetteter Link signalisiert echte Relevanz, während Footer-Links häufig als weniger bedeutsam eingestuft werden.
Dofollow vs. Nofollow: Nur Dofollow-Links übertragen Linkjuice. Nofollow-Links enthalten ein HTML-Attribut, das Suchmaschinen anweist, dem Link nicht zu folgen und keine Rankingkraft weiterzugeben. Auch die neueren Link-Attribute „sponsored" (für bezahlte Links) und „ugc" (für nutzergenerierte Inhalte) verhindern die Weitergabe von Linkjuice.
Linkjuice ist nicht auf externe Backlinks beschränkt – auch interne Links innerhalb der eigenen Website übertragen Rankingkraft von einer Unterseite auf eine andere. Das macht die interne Verlinkung zu einem wichtigen und oft unterschätzten SEO-Hebel.
Durch eine durchdachte interne Verlinkungsstruktur können Webmaster gezielt steuern, welche Seiten besonders viel Linkjuice erhalten und damit stärker ranken sollen. Wichtige Seiten – etwa die Hauptkategorie-Seiten eines Online-Shops oder die zentralen Landingpages einer Website – sollten möglichst viele interne Links aus anderen, gut besuchten Seiten der eigenen Website erhalten.
Umgekehrt sollte darauf geachtet werden, dass keine wichtige Seite zu tief in der Seitenstruktur vergraben ist oder nur über wenige interne Links erreichbar ist – denn solche Seiten erhalten kaum internen Linkjuice und werden von Suchmaschinen entsprechend schwächer bewertet.
Die Verteilung des Linkjuice hat Google im Jahr 2008 grundlegend geändert. Enthält eine Seite mehrere Links, von denen einer mit dem Attribut rel="nofollow" versehen ist, wirkt sich das heute anders aus als früher: Bis 2008 wurde ein Nofollow-Link bei der Verteilung des Linkjuice einfach nicht mitgezählt – der gesamte verfügbare Juice floss gleichmäßig nur auf die verbleibenden „normalen" Links. Eine Seite mit vier Links, von denen einer ein Nofollow war, gab den Juice also auf drei Links zu je einem Drittel weiter. Seit 2008 gilt jedoch: Auch ein Nofollow-Link „verbraucht" seinen Anteil am Linkjuice, ohne ihn weiterzugeben. Der Juice wird nun durch die Gesamtzahl aller Links geteilt – der Anteil des Nofollow-Links geht dabei verloren. Im selben Beispiel erhält jeder der drei aktiven Links damit nur noch ein Viertel des Gesamtjuice statt einem Drittel. Die frühere SEO-Praxis, durch gezieltes Setzen von Nofollow-Links den Juice auf bestimmte Seiten zu lenken (sogenanntes „PageRank Sculpting"), ist seitdem wirkungslos.

Das Konzept des Linkjuice hat direkte Konsequenzen für mehrere Bereiche der SEO-Praxis:
Beim Linkaufbau (Link Building) geht es nicht nur darum, möglichst viele Backlinks zu sammeln, sondern die richtigen: Links von autoritativen, themenrelevanten Seiten mit wenigen ausgehenden Links sind deutlich wertvoller als Links von schwachen oder themenfernen Seiten.
Bei der internen Verlinkung sollten wichtige Seiten konsequent aus anderen gut verlinkten Seiten der eigenen Website verlinkt werden, um den Linkjuice gezielt dorthin zu lenken, wo er am meisten nützt.
Beim Einsatz von Nofollow-Attributen auf bestimmten ausgehenden Links – etwa bei gesponserten Inhalten, Nutzerkommentaren oder Werbebannern – kann verhindert werden, dass wertvoller Linkjuice an externe Seiten abfließt, ohne dass ein strategischer Nutzen damit verbunden ist.
Beim Relaunch einer Website oder bei URL-Änderungen sollten 301-Weiterleitungen eingesetzt werden, die den Linkjuice der alten URL auf die neue URL übertragen und so verhindern, dass mühsam aufgebaute Rankingkraft verloren geht.
PageRank: Das von Google entwickelte Maß für die Popularität und Autorität einer Webseite, das die theoretische Grundlage des Linkjuice-Konzepts bildet.
TrustRank: Ein Algorithmus zur Bewertung der Vertrauenswürdigkeit einer Webseite – ein weiterer Bestandteil des Linkjuice neben dem PageRank.
Backlink: Ein eingehender Link von einer externen Website – die Quelle externen Linkjuice.
Dofollow-Link: Ein Link, der Linkjuice überträgt und von Suchmaschinen bei der Bewertung der verlinkten Seite berücksichtigt wird.
Nofollow-Link: Ein Link, der keinen Linkjuice überträgt, weil ein entsprechendes HTML-Attribut Suchmaschinen anweist, dem Link nicht zu folgen.
Interne Verlinkung: Die Verlinkung zwischen Seiten innerhalb der eigenen Website – ein wichtiges Instrument zur gezielten Steuerung des internen Linkjuice.
Link Building: Alle Maßnahmen zum Aufbau externer Backlinks mit dem Ziel, Linkjuice und damit Rankingkraft für die eigene Website zu gewinnen.
Linkjuice (dt. sinngemäß „Linkkraft" oder „Linkstärke") bezeichnet die Gesamtheit der Rankingsignale, die ein Link von einer Webseite auf eine andere überträgt. Der Begriff ist kein offizieller Google-Terminus, hat sich aber in der SEO-Praxis als anschauliche Metapher für das Konzept der Link Equity etabliert: Linkjuice fließt wie Flüssigkeit von einer Seite zur nächsten – über eingehende Backlinks von anderen Websites ebenso wie über interne Links innerhalb derselben Domain.
Zu den übertragenen Eigenschaften zählen vor allem der PageRank (die von Google berechnete Autorität einer Seite, basierend auf Menge und Qualität ihrer eingehenden Links) sowie der TrustRank (ein Maß für die Vertrauenswürdigkeit einer Seite in Bezug auf ihre Nähe zu bekannten, hochwertigen Quellen). Auch der Ankertext (der verlinkte Text) überträgt thematischen Kontext. Grundregel: Je stärker und vertrauenswürdiger die verlinkende Seite ist und je weniger ausgehende Links sie enthält, desto mehr Linkjuice wird an die verlinkte Seite weitergegeben.
Die wichtigste technische Weiche für die Linkjuice-Übertragung ist das Link-Attribut im HTML-Code:
rel="nofollow" und weisen Suchmaschinen an, den Link nicht für Rankingzwecke zu werten. Sie übertragen keinen Linkjuice. Nofollow wird standardmäßig bei bezahlten Links, nutzergenerierten Inhalten (Kommentare, Foren) und in vielen CMS-Systemen gesetzt. Seit 2019 behandelt Google Nofollow als Hinweis, nicht mehr als absolutes Gebot – kann den Link also bei Bedarf trotzdem berücksichtigen.rel="sponsored" für bezahlte Links und rel="ugc" für nutzergenerierte Inhalte. Beide übertragen ebenfalls keinen Linkjuice im klassischen Sinne, helfen Google aber, den Kontext eines Links besser zu klassifizieren.Für die Praxis gilt: Wer Linkjuice gezielt steuern möchte, muss sicherstellen, dass hochwertige eingehende Backlinks als Dofollow-Links eingerichtet sind – und bei ausgehenden Links zu externen Seiten bewusst entscheiden, ob Linkjuice weitergegeben werden soll oder nicht.
Der Linkjuice, den eine Seite durch ihre eingehenden Backlinks gesammelt hat, wird auf alle ausgehenden Links aufgeteilt – intern wie extern. Je mehr Links eine Seite enthält, desto geringer ist der Anteil, den jede einzelne verlinkte Seite erhält. Diese Aufteilung ist die Grundlage für gezieltes internes Linkmanagement.
rel="nofollow" auf interne Links, um Linkjuice gezielt umzuleiten – funktioniert heute nicht mehr wie ursprünglich gedacht: Google ignoriert den nofolgeten Link, aber der für ihn vorgesehene Linkjuice-Anteil geht verloren statt auf die übrigen Links umzuleiten.Nicht jeder Dofollow-Backlink überträgt gleich viel Linkjuice. Die wichtigsten Einflussfaktoren im Überblick:
Interne Verlinkung ist der effizienteste Hebel, den Websitebetreiber vollständig selbst kontrollieren können, um Linkjuice auf strategisch wichtige Seiten zu lenken. Die wichtigsten Maßnahmen:
Linkjuice als Konzept bleibt 2025/2026 ein zentrales SEO-Signal – hat aber im Zusammenspiel mit anderen Faktoren eine veränderte Rolle eingenommen:
letzte Aktualisierung: 7. März 2026
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