Multipart bezeichnet im E-Mail-Marketing E-Mails, die gleichzeitig in zwei Formaten versendet werden: als HTML-Version mit Gestaltung, Bildern und Links sowie als reine Textversion ohne Formatierung. Welche der beiden Versionen der Empfänger sieht, entscheidet nicht der Absender, sondern das E-Mail-Programm des Empfängers – es wählt automatisch jenes Format, das es darstellen kann oder das der Nutzer eingestellt hat. In der Fachsprache ist auch von Multipart/Alternative die Rede, was den zugrundeliegenden MIME-Typ beschreibt.
Der Mechanismus beruht auf dem MIME-Standard (Multipurpose Internet Mail Extensions), der definiert, wie E-Mails strukturiert und kodiert werden können. Eine Multipart-E-Mail ist im Grunde eine einzige Nachricht, die zwei oder mehr Inhaltsteile in sich trägt. Diese Teile sind im E-Mail-Quelltext durch sogenannte Boundaries voneinander getrennt – Trennzeichen, die dem empfangenden E-Mail-Client signalisieren, wo ein Inhaltsteile endet und der nächste beginnt.
Beim MIME-Typ multipart/alternative – dem für das E-Mail-Marketing relevantesten Subtyp – enthält die E-Mail eine Textversion (text/plain) und eine HTML-Version (text/html) desselben Inhalts. E-Mail-Clients, die HTML unterstützen und aktiviert haben, zeigen die HTML-Version an. Clients oder Einstellungen, die nur Plaintext erlauben, greifen auf die Textversion zurück. Der Empfänger bemerkt diesen Wechsel in der Regel nicht – er sieht schlicht das, was sein Programm als passend erachtet.
Daneben gibt es noch multipart/mixed, das verwendet wird, wenn einer E-Mail Dateianhänge beigefügt sind, sowie multipart/related, das zum Einsatz kommt, wenn Bilder direkt in den HTML-Body eingebettet werden anstatt als externe Ressourcen verlinkt zu sein.
Wer heute professionelles E-Mail-Marketing betreibt, verschickt Multipart-E-Mails – meistens ohne darüber nachzudenken, weil gute Versandplattformen das automatisch erledigen. Dahinter steckt aber ein handfester Grund: Nicht jeder Empfänger kann oder will HTML-E-Mails empfangen. Unternehmensumgebungen blockieren HTML-Inhalte aus Sicherheitsgründen manchmal serverseitig. Manche Nutzer haben in ihrem E-Mail-Programm explizit eingestellt, Mails nur als Text zu empfangen. Und E-Mail-Clients auf älteren Mobilgeräten oder in bestimmten Regionen der Welt handhaben HTML-Darstellung bisweilen fehlerhaft.
Ohne eine Plaintext-Fallback-Version landet die E-Mail in solchen Fällen entweder als unlesbares HTML-Chaos im Postfach oder gar nicht. Mit einer sauber gepflegten Textversion hingegen ist sichergestellt, dass die Kernbotschaft in jedem Kontext ankommt.
Auch für die Zustellbarkeit spielt Multipart eine Rolle. Spam-Filter bewerten E-Mails, die ausschließlich als HTML ohne Textversion verschickt werden, tendenziell kritischer – das Fehlen einer Plaintext-Alternative kann als Indiz für maschinell generierte Massensendungen gewertet werden. E-Mails, die beide Teile mitliefern, signalisieren hingegen einen sorgfältigen Versandprozess.
In der Praxis wird die Textversion einer Multipart-E-Mail häufig stiefmütterlich behandelt. Viele Versandtools generieren sie automatisch aus dem HTML-Code – was zu Ergebnissen führt, die alles andere als lesefreundlich sind: HTML-Tags als roher Code, unleserliche Link-URLs, fehlende Absatzstruktur. Das ist zwar technisch valide, aber eine vertane Chance.
Eine sorgfältig gestaltete Textversion liest sich wie eine normale, klar strukturierte schriftliche Kommunikation. Sie enthält alle wichtigen Inhalte der HTML-Version – Kernbotschaft, wesentliche Links, Call-to-Action –, verzichtet aber konsequent auf alles, was nur visuell wirkt. Wer sich die Mühe macht, die Textversion manuell zu pflegen oder zumindest die automatisch generierte Version zu überprüfen und zu bereinigen, erzielt auch in reinen Textumgebungen ein professionelles Erscheinungsbild.
E-Mail-Marketing: Der übergeordnete Marketingkanal, in dem Multipart als technischer Standard für den professionellen E-Mail-Versand eingesetzt wird.
MIME (Multipurpose Internet Mail Extensions): Das technische Protokoll, das die Struktur von E-Mails mit mehreren Inhaltsteilen definiert – Multipart ist ein MIME-Typ innerhalb dieses Standards.
HTML-E-Mail: Die gestaltete Version einer Multipart-E-Mail mit Formatierungen, Bildern, Farben und klickbaren Elementen – das Format, das die meisten Empfänger zu sehen bekommen.
Plaintext-E-Mail: Die reine Textversion ohne jede Formatierung, die als Fallback innerhalb einer Multipart-E-Mail mitgeliefert wird und in Umgebungen zum Einsatz kommt, die kein HTML unterstützen.
Zustellbarkeit (Deliverability): Die Fähigkeit einer E-Mail, tatsächlich im Posteingang des Empfängers zu landen – eine korrekte Multipart-Struktur trägt zur positiven Bewertung durch Spam-Filter bei.
E-Mailing: Eine einzelne Massen-E-Mail-Sendung im Rahmen des E-Mail-Marketings – für professionelle E-Mailings ist das Multipart-Format heute technischer Mindeststandard.
Eine Multipart-E-Mail (auch: Multipart/Alternative-E-Mail) ist eine E-Mail, die denselben Inhalt in zwei verschiedenen Formaten gleichzeitig enthält: als HTML-Version mit gestaltetem Layout, Farben, Bildern und Links, und als Plaintext-Version mit reinem, unformatiertem Text. Das empfangende E-Mail-Programm entscheidet anhand seiner Einstellungen und Fähigkeiten eigenständig, welche Version dem Empfänger angezeigt wird – der Absender sendet also einen einzigen Datensatz, der beide Varianten in sich trägt.
Das technische Fundament ist der MIME-Standard (Multipurpose Internet Mail Extensions, RFC 2045 ff.), der 1992 eingeführt wurde, um E-Mails über den ursprünglich nur für ASCII-Text ausgelegten SMTP-Standard hinaus um Anhänge, Zeichensätze und Multipart-Strukturen zu erweitern. Bei einer Multipart/Alternative-E-Mail werden die einzelnen Inhaltsteile durch einen sogenannten Boundary-String – eine eindeutige Zeichenkette im E-Mail-Header – voneinander getrennt. Der Header der E-Mail enthält den Content-Type multipart/alternative sowie die Boundary-Definition; jeder Inhaltsteil ist dann mit dem entsprechenden MIME-Type (text/plain bzw. text/html) gekennzeichnet.
Der Begriff „Multipart" bezeichnet im MIME-Standard eine ganze Familie von Inhaltstypen, die sich in ihrer Verwendung deutlich unterscheiden:
cid:-Referenz verweist. Wird für aufwändig gestaltete HTML-Mails mit eingebetteten (nicht verlinkten) Bildern verwendet.In der Praxis des E-Mail-Marketings ist multipart/alternative mit den Subtypes text/plain und text/html der Standard. Wenn die E-Mail zusätzlich Dateianhänge enthält, wird häufig eine verschachtelte Struktur verwendet: multipart/mixed als äußerer Container, der seinerseits einen multipart/alternative-Block für den Nachrichtentext und separate application/...-Teile für die Anhänge enthält.
Die Plaintext-Version einer Multipart-E-Mail ist weit mehr als ein technisches Fallback für veraltete E-Mail-Clients – sie hat direkte Auswirkungen auf die Zustellbarkeit und die Spam-Bewertung einer E-Mail:
Die Plaintext-Version sollte inhaltlich der HTML-Version entsprechen – nicht leer sein, nicht nur aus einer URL bestehen und keine reinen Platzhaltertexte wie „Wenn Sie diese E-Mail nicht korrekt sehen können..." enthalten. Gute ESP-Systeme (E-Mail Service Provider) wie CleverReach, Mailchimp oder HubSpot generieren die Plaintext-Version auf Wunsch automatisch aus dem HTML-Quellcode.
Welche Version der Multipart-E-Mail der Empfänger tatsächlich sieht, entscheiden nicht der Absender, sondern das empfangende E-Mail-Programm und die Einstellungen des Nutzers. Die Entscheidungslogik im Überblick:
In der Praxis des E-Mail-Marketings erstellt kaum jemand Multipart-E-Mails manuell im MIME-Rohformat – das übernehmen E-Mail-Marketing-Plattformen und ESP-Systeme automatisch. Dennoch gibt es handwerkliche Aspekte, die direkten Einfluss auf Darstellung und Zustellbarkeit haben:
Das Multipart-Format ist seit über 30 Jahren der technische Standard für HTML-E-Mails – und bleibt es auch 2026. Neue Entwicklungen ergänzen das Format, ersetzen es aber nicht:
@media (prefers-color-scheme: dark)) als dritten Darstellungspfad neben der Desktop- und mobilen HTML-Version – das Multipart-Grundkonzept bleibt dabei unberührt.text/x-amp-html), der interaktive Inhalte direkt in E-Mails ermöglicht: Karussells, Formulare, Echtzeit-Datenupdates, ohne dass der Nutzer die E-Mail verlassen muss. Gmail und Yahoo Mail unterstützen AMP for Email; die Verbreitung bleibt aber begrenzt, da Implementierung und Sicherheitsfreigaben aufwändig sind.Fazit: Das Multipart-Format ist keine veraltete Technologie, sondern die stabile Infrastruktur, auf der alle Weiterentwicklungen des E-Mail-Marketings aufsetzen. Wer E-Mails professionell versendet, kommt an einer sorgfältig gepflegten Multipart-Struktur nicht vorbei.
letzte Aktualisierung: 25. März 2026
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