Definition Frequency Capping

Frequency Capping (deutsch: Frequenzdeckelung) ist eine Funktion im Onlinemarketing, mit der Werbetreibende festlegen, wie oft ein einzelner Nutzer eine bestimmte Anzeige innerhalb eines definierten Zeitraums maximal sehen darf. Ohne diese Begrenzung besteht die Gefahr, dass ein User mit derselben Botschaft überflutet wird, was nicht nur das Budget verschwendet, sondern auch das Markenimage schädigen kann.

Die Mechanik: Tracking und Zeitintervalle

Technisch wird Frequency Capping meist über Cookies oder eindeutige User-IDs (z. B. Logins bei Google oder Facebook) umgesetzt. Das System zählt mit, wie oft eine Anzeige an ein spezifisches Endgerät oder Profil ausgeliefert wurde. Sobald das festgelegte Limit – das „Cap“ – erreicht ist, wird die Ausspielung für diesen Nutzer gestoppt, bis der gewählte Zeitraum (z. B. 24 Stunden, eine Woche oder die gesamte Kampagnendauer) abgelaufen ist.

Warum Frequency Capping für Marketer wichtig ist

Die Strategie verfolgt primär zwei Ziele: Effizienz und Nutzererfahrung.

  • Vermeidung von Ad Fatigue: Wenn ein Nutzer eine Anzeige zu oft sieht, tritt ein Sättigungseffekt ein (Werbemüdigkeit). Die Aufmerksamkeit sinkt, und die Anzeige wird entweder ignoriert oder als störend empfunden.
  • Budget-Optimierung: Anstatt das Budget für jemanden auszugeben, der nach der zehnten Einblendung immer noch nicht geklickt hat, können die freien Mittel genutzt werden, um neue, frische potenzielle Kunden zu erreichen (Steigerung der Nettoreichweite).
  • Markenschutz: Eine zu hohe Frequenz kann Aggressionen gegenüber der Marke auslösen. Frequency Capping sorgt dafür, dass die Marke präsent bleibt, ohne aufdringlich zu wirken.

Praxisbeispiele für Frequency Capping

Die ideale Frequenz hängt stark vom Kanal und dem Kampagnenziel ab:

  • Retargeting: Ein Online-Shop begrenzt die Anzeige eines angesehenen Produkts auf 3 Einblendungen pro Tag, um den Nutzer sanft zu erinnern, ihn aber nicht zu „verfolgen“.
  • Video-Advertising: Ein Unternehmen legt fest, dass ein Pre-Roll-Video auf YouTube nur einmal pro Woche pro Nutzer erscheint, um eine maximale Reichweite bei minimalem Störfaktor zu erzielen.
  • Branding-Kampagne: Ein Softwarehersteller setzt ein globales Cap von 10 Impressions für die gesamte Laufzeit von vier Wochen, um sicherzustellen, dass die Botschaft im Gedächtnis bleibt, aber nicht nervt.

Zusammenfassend ist Frequency Capping das digitale Feingefühl im Marketing. Es stellt sicher, dass Werbedruck nicht in Werbe-Resistenz umschlägt und das Budget dort landet, wo es die höchste Wirkung erzielt.

FAQs zu Frequency Capping

Was ist Frequency Capping?

Frequency Capping (Frequenzdeckelung) ist eine Funktion im Digital Advertising, mit der die Anzahl der Impressionen begrenzt wird, die ein einzelner Nutzer in einem bestimmten Zeitraum (z. B. pro Tag oder Woche) von einer bestimmten Werbeanzeige sieht. Ziel ist es, eine Überreizung der Zielgruppe zu vermeiden.

Warum ist Frequency Capping 2026 so wichtig?

Im Jahr 2026 ist die Aufmerksamkeitsspanne der Nutzer geringer denn je. Ohne Deckelung riskieren Marketer zwei Dinge:

  • Budgetverschwendung: Werbegelder werden für Nutzer ausgegeben, die die Anzeige bereits mehrfach ignoriert haben.
  • Nutzererfahrung: Zu häufige Wiederholungen führen zu Reaktanz und einer negativen Wahrnehmung der Marke.

 

Wie funktioniert das ohne Third-Party-Cookies?

In der Post-Cookie-Ära nutzen Werbenetzwerke alternative Methoden wie Privacy Sandbox APIs (von Google), First-Party-IDs oder Server-Side-Tracking. KI-Modelle berechnen zudem auf Basis von aggregierten Daten die ideale Ausspielungswahrscheinlichkeit, um die Frequenz auch ohne individuelles Tracking auf Geräteebene zu steuern.

Was ist "Ad Fatigue"?

Ad Fatigue (Werbemüdigkeit) tritt auf, wenn die Zielgruppe eine Anzeige so oft sieht, dass sie diese entweder unbewusst ausblendet (Banner Blindness) oder aktiv als störend empfindet. Die Klickrate (CTR) sinkt rapide, während die Kosten pro Conversion (CPA) steigen. Ein kluges Frequency Capping verhindert diesen Effekt.

Was ist die optimale Frequenz?

Es gibt keinen universellen Wert, aber bewährte Faustregeln:

  • Brand Awareness: Höhere Frequenz (z. B. 5-7 Mal pro Woche), um im Gedächtnis zu bleiben.
  • Retargeting: Niedrigere Frequenz (z. B. 2-3 Mal pro Tag), um Kaufimpulse zu setzen, ohne zu "stalken".
  • Video-Ads: Hier sollte der Cap oft niedriger angesetzt werden, da Videoinhalte intensiver wahrgenommen werden.

 

letzte Aktualisierung: 11. Januar 2026

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