Pay per Install ist eine Abrechnungsmethode im Onlinemarketing. Hier entstehen für den Werbenden nur dann Kosten, wenn die Software, die er bewirbt, von einem Nutzer installiert wird. Bevorzugt wird diese Abrechnungsmethode beim Affiliate-Marketing eingesetzt. Beispiele für die Abrechnung über Pay per Install sind die Installation von Demoversionen.
Pay per Install (PPI), auch als Cost per Install (CPI) bezeichnet, ist ein leistungsbasiertes Abrechnungsmodell im Onlinemarketing, bei dem der Werbende nur dann zahlt, wenn ein Nutzer die beworbene Software tatsächlich installiert. Der Advertiser trägt kein Risiko für bloße Impressionen oder Klicks – abgerechnet wird ausschließlich die erfolgreiche Installation.
Das Modell wurde ursprünglich für Desktop-Software eingesetzt – etwa für die Installation von Demoversionen, Toolbars oder Browsererweiterungen im Rahmen von Affiliate-Programmen. Seit dem Aufstieg des mobilen Internets hat sich der Schwerpunkt von Pay per Install grundlegend verschoben: Heute ist CPI das dominierende Abrechnungsmodell im App-Marketing und bezeichnet die Kosten pro Installation einer mobilen App aus dem Apple App Store oder Google Play Store. Der Begriff PPI wird gelegentlich noch für Desktop-Software verwendet, während CPI im Mobile-Marketing-Kontext geläufiger ist – gemeint ist dasselbe Prinzip.
Pay per Install gehört zur Familie der erfolgsabhängigen Abrechnungsmodelle (CPX-Modelle), bei denen die Vergütung an eine konkrete Nutzeraktion geknüpft ist. Je tiefer die abgerechnete Aktion im Conversion-Funnel liegt, desto höher ist typischerweise der Einzelpreis – und desto geringer das Risiko für den Werbenden.
Im App-Marketing werden zunehmend Events jenseits der Installation abgerechnet – sogenannte Post-Install-Events. Modelle wie CPA (Cost per Action), bei dem erst eine In-App-Aktion vergütet wird (z. B. Registrierung, erster Kauf, Erreichen eines Levels), oder CPE (Cost per Engagement) gewinnen an Bedeutung, weil eine reine Installation noch keinen aktiven Nutzer garantiert.
Pay per Install wird heute primär über spezialisierte Mobile-Marketing-Plattformen und die großen Werbenetzwerke abgewickelt, hat sich aber von seinen Ursprüngen im Affiliate-Marketing erheblich weiterentwickelt.
Die Kosten pro Installation variieren erheblich je nach Plattform, Region, App-Kategorie und Werbekanal. Globale Durchschnittswerte geben eine Orientierung, müssen aber im jeweiligen Kontext eingeordnet werden.
Der CPI allein ist als KPI unzureichend. Entscheidend ist das Verhältnis der Installationskosten zum Customer Lifetime Value (CLV): Nur wenn der CLV der gewonnenen Nutzer die Akquisitionskosten deutlich übersteigt, ist eine CPI-Kampagne profitabel. Deshalb hat sich im App-Marketing die Betrachtung des ROAS (Return on Ad Spend) nach 7, 30 und 90 Tagen als zentraler Steuerungs-KPI durchgesetzt.
Pay per Install ist eines der am stärksten von Werbebetrug (Ad Fraud) betroffenen Abrechnungsmodelle, weil die vergleichsweise hohe Vergütung pro Installation einen starken finanziellen Anreiz für Manipulation schafft.
Zur Bekämpfung setzen App-Marketer auf Mobile Measurement Partners (MMPs) wie Adjust, AppsFlyer, Branch oder Singular. Diese Plattformen übernehmen die unabhängige Attribution jeder Installation, erkennen Betrugsmauster über statistische Analysen (z. B. anomale Zeitabstände zwischen Klick und Installation) und filtern ungültige Installs automatisch heraus. Branchenstudien schätzen, dass ohne solche Schutzmechanismen 15–30 % der CPI-Budgets durch Betrug verloren gehen.
Das Pay-per-Install-Modell befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel, ausgelöst durch zwei gleichzeitige Entwicklungen: KI-gestützte Kampagnenoptimierung auf der einen Seite und verschärfte Datenschutzbedingungen auf der anderen.
Apples App Tracking Transparency (ATT, seit 2021) und Googles Privacy Sandbox für Android (schrittweise Einführung seit 2024) schränken die geräteübergreifende Nutzerverfolgung massiv ein. Die Folge: Klassisches deterministisches Tracking, bei dem jede Installation einem bestimmten Klick zugeordnet wird, funktioniert immer weniger zuverlässig. An seine Stelle treten probabilistische Attributionsmodelle und Apples SKAdNetwork (SKAN), das aggregierte Installationsdaten mit zeitlicher Verzögerung liefert, aber keine Nutzerlevel-Zuordnung mehr erlaubt. Für Advertiser bedeutet das: Die CPI-Optimierung wird unschärfer, und die Bedeutung von Kontextdaten, Kreativqualität und First-Party-Datenstrategien steigt.
Gleichzeitig übernehmen KI-Algorithmen zunehmend die Kampagnensteuerung: Googles App-Kampagnen und Metas Advantage+ App Campaigns optimieren Gebote, Zielgruppen und Anzeigenkreationen automatisiert auf den maximalen ROAS – nicht mehr auf den niedrigsten CPI. Dieser Paradigmenwechsel vom günstigsten Install zum wertvollsten Nutzer verschiebt den Fokus weg vom reinen CPI hin zu Post-Install-Metriken und Lifetime-Value-Prognosen. KI-Modelle prognostizieren bereits bei der Installation, welche Nutzer mit hoher Wahrscheinlichkeit zahlende Kunden werden, und steuern die Werbebudgets entsprechend – eine Entwicklung, die das klassische Pay-per-Install-Modell zunehmend durch wertbasierte Gebotsstrategien ablöst.
letzte Aktualisierung: 26. April 2026
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