Definition CRM-Targeting (Customer Targeting)

CRM-Targeting (auch Customer Targeting genannt) bezeichnet eine Strategie im Onlinemarketing, bei der Informationen aus dem eigenen Customer-Relationship-Management-System (CRM) genutzt werden, um Werbemaßnahmen exakt auf bestehende Kontakte zuzuschneiden. Anstatt sich auf vage soziodemografische Merkmale oder allgemeine Interessen zu verlassen, basiert dieser Ansatz auf realen Transaktionsdaten, dem bisherigen Kaufverhalten und der tatsächlichen Historie eines Kunden.

Funktionsweise: Der Datenabgleich (Matching)

Der Prozess beginnt im heimischen CRM-System, wo Daten wie E-Mail-Adressen oder Telefonnummern gespeichert sind. Diese Daten werden in anonymisierter Form (gehasht) an Werbeplattformen wie Google Ads, Facebook oder LinkedIn übermittelt. Die Plattform gleicht diese anonymen Signaturen mit ihren eigenen Nutzerprofilen ab. Bei einer Übereinstimmung kann der Werbetreibende diesen spezifischen Nutzer gezielt mit Anzeigen ansprechen, während er auf der jeweiligen Plattform surft.

Strategische Vorteile: Relevanz und Effizienz

CRM-Targeting ist eines der mächtigsten Werkzeuge für das Performance-Marketing, da es Streuverluste drastisch minimiert:

  • Personalisierung: Kunden erhalten Angebote, die exakt zu ihren bisherigen Käufen passen.
  • Reaktivierung: Kunden, die länger nicht bestellt haben, können durch gezielte Incentives zurückgeholt werden.
  • Kosteneffizienz: Da die Zielgruppe bereits eine Beziehung zur Marke hat, ist die Conversion Rate meist deutlich höher als bei der Kaltakquise.
  • Ausschluss-Targeting: Bestehende Kunden können von Neukunden-Kampagnen ausgeschlossen werden, um Budget zu sparen.

Praxisbeispiele für CRM-Targeting

Je nach Zielsetzung ergeben sich unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten:

  • Upselling & Cross-Selling: Ein Elektronikmarkt spielt Anzeigen für passende Objektive an Kunden aus, die vor kurzem eine Spiegelreflexkamera gekauft haben.
  • Lookalike Audiences: Die Plattform analysiert die Merkmale der CRM-Kontakte und sucht nach „statistischen Zwillingen“ – also neuen Personen, die den besten Bestandskunden sehr ähnlich sind.
  • Loyalitätsprogramme: Exklusive Angebote werden nur an „VIP-Kunden“ ausgespielt, die einen hohen Customer Lifetime Value (CLV) aufweisen.

Datenschutzhinweis (DSGVO)

Da es sich um personenbezogene Daten handelt, ist CRM-Targeting in der EU strengen Regeln unterworfen. Ein Unternehmen darf diese Daten nur nutzen, wenn eine explizite Einwilligung des Nutzers (Opt-in) vorliegt und die Datenübertragung durch kryptografische Verfahren (Hashing) geschützt ist.

Zusammenfassend ermöglicht CRM-Targeting eine hocheffektive Kommunikation entlang der gesamten Customer Journey, indem es die wertvollste Ressource eines Unternehmens nutzt: das Wissen über die eigenen Kunden.

FAQs zu CRM-Targeting (Customer Targeting)

Was ist CRM-Targeting?

CRM-Targeting ist eine Marketingstrategie, bei der Daten aus dem eigenen Customer-Relationship-Management-System genutzt werden, um Werbeanzeigen präzise an bestehende Kunden oder bekannte Interessenten auszuspielen. Statt anonyme Nutzergruppen anzusprechen, basiert die Werbung hier auf realen Kaufhistorien, Interessen und dem bisherigen Interaktionsverhalten.

Wie funktioniert CRM-Targeting technisch?

Der Prozess erfolgt meist über ein sogenanntes Identity Matching:

  • Die Kundendaten (z. B. E-Mail-Adressen) werden aus dem CRM exportiert.
  • Diese Daten werden „gehasht“ (verschlüsselt), um den Datenschutz zu wahren.
  • Die verschlüsselten Listen werden auf Plattformen wie Google, Meta oder LinkedIn hochgeladen.
  • Die Plattform gleicht die Daten mit ihren eigenen Nutzerprofilen ab und spielt die Anzeigen nur an die Treffer aus.

Welche Vorteile bietet CRM-Targeting?

CRM-Targeting bietet drei entscheidende Hebel:

  • Maximale Relevanz: Ein Kunde, der bereits Produkt A gekauft hat, erhält passende Angebote für Zubehör (Cross-Selling) statt Werbung für das bereits gekaufte Basisprodukt.
  • Geringere Kosten: Die Klick- und Konversionsraten sind deutlich höher als bei der Kaltakquise, was den ROAS (Return on Ad Spend) steigert.
  • Reaktivierung: Ehemalige Kunden (Churn-Gefahr) können durch gezielte Incentives zurückgewonnen werden.

Warum ist CRM-Targeting in der Post-Cookie-Ära so wichtig?

Da Third-Party-Cookies im Jahr 2026 kaum noch eine Rolle spielen, gewinnen First-Party-Daten (Daten, die das Unternehmen selbst besitzt) massiv an Wert. CRM-Targeting ist unabhängig von Browser-Einstellungen und Cookies, da es auf stabilen Merkmalen wie Logins oder E-Mail-IDs basiert. Es ist somit die sicherste Methode für nachhaltiges Performance-Marketing.

Ist CRM-Targeting datenschutzkonform?

Ja, sofern die DSGVO-Vorgaben eingehalten werden. Entscheidend ist, dass der Nutzer beim Sammeln der Daten explizit in die Nutzung seiner Daten für Werbezwecke eingewilligt hat (Marketing-Opt-in). Zudem müssen die Daten vor dem Transfer zu Werbenetzwerken unumkehrbar verschlüsselt (Hashing) werden, damit keine Klardaten übertragen werden.

letzte Aktualisierung: 10. Januar 2026

GRATIS-NEWSLETTER ABONNIEREN

NewsletterRegelmäßig Tipps und Tricks rund ums Onlinemarketing.
Gratis-Newsletter abonnieren!

SEMINAR-TIPP ZUR WEITERBILDUNG

eMBISZu diesem Thema bietet unser Kooperationspartner eMBIS Seminarangebote.